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★★★★★ Volker M. 10.09.2023 amazon.de
Rom durchläuft zu Beginn der Neuzeit eine Phase rapider Erneuerung. Die ehemals entvölkerte Stadt wird durch die umfangreichen Bauvorhaben der Päpste zum europäischen Zentrum für Kunst und Kultur, mit bewussten Anklängen an die Antike. Zeitgleich entdecken die Päpste ein vergessenes Kunsthandwerk wieder, nämlich die Medaille. Bis zum Hochbarock werden über 2000 Papstmedaillen in Rom geprägt und gegossen. Sie sind nicht nur ein Spiegel päpstlicher Macht, sondern auch ein Spiegel der Stadtentwicklung.„Die silberne Stadt“ wirft anhand zahlreicher Belege, vor allem aus den Beständen der staatlichen Münzsammlung München, einen spannenden Blick auf diese Kulturtechnik im Licht päpstlicher Machtpolitik und römischer Architektur. Die Päpste sammelten bereits antike römische Medaillen, als sie deren Propagandawert erkannten, der auch nach Jahrhunderten noch wirksam war. Die Münzbilder der Päpste zeigen Stadtansichten, aber auch Baufortschritte, Architekturentwürfe und natürlich die eigenen Portraits. Der Vatikanstaat lockte mit seinen scheinbar unerschöpflichen Geldquellen die besten Künstler seiner Zeit in die Hauptstadt und die Stempelschneiderei erreichte erstmals seit der Antike wieder ein wirklich hohes Niveau.Die Autoren untersuchen in ihren Beiträgen die Geschichte der Medaillenprägungen/-güsse unter den Päpsten des 15. bis 17. Jahrhunderts, insbesondere das architektonische Bildprogramm, das sie als den Stichen und Zeichnungen der Zeit in ihrer Aussagekraft als durchaus ebenbürtig erkennen. Es werden aber auch die „Verwertungswege“ der Papstmedaillen beleuchtet, denn die Stücke waren ursprünglich nur in begrenzter Auflage und unterschiedlich kostbaren Materialien verfügbar. Es entstand sehr früh ein Sammler- und Handelsmarkt, der mit dem Aufkommen öffentlicher Auktionen im 18. Jahrhundert noch einmal besonders befeuert wurde. Das führte zu zahlreichen Nachprägungen (und auch Fälschungen), oft schon kurz nach den Erstprägungen und manchmal sogar von den originalen Prägestöcken, was die Beurteilung der „Echtheit“ heute sehr erschwert. Im Katalogteil wird vereinzelt darauf hingewiesen, wenn eine Nachprägung vorliegt, leider ist aber in der Regel nicht vermerkt, ob ein Stück als authentische Erstprägung gilt oder eine Bewertung nicht möglich ist. Aus meiner Sicht ist das ein Dokumentationsmangel in dem ansonsten ausgezeichnet dokumentierten und illustrierten Katalogteil. Ebenfalls fehlten mir kurze biografische Hintergründe zu den Autoren, die aus meiner Laiensicht nicht alle auf qualitativ gleichem Niveau schreiben.Alle Münzen werden in Vorder- und Rückansicht gezeigt, die Portraitseite meistens in Originalgröße, die Rückseite mit den Architekturmotiven deutlich vergrößert, um die teilweise erstaunlichen Details erkennbar zu machen. Sonderkapitel zu den bedeutenden Stempelschneidern, den Medaillen der Heiligen Jahre im 16. und 17. Jahrhundert oder der schon früh einsetzenden illustrierten Literatur über die Papstmedaillen ergänzen den Themenkreis.„Die silberne Stadt“ zeigt ausgewählte Medaillen der Päpste als historische Bildquelle, als Machtinstrument und Sammelobjekt. Hervorragend illustriert, gut dokumentiert und mit interessanten Hintergrundinformationen.(Dieses Buch wurde mir vom Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Auf meine Rezension wurde kein Einfluss genommen, der Inhalt stellt meine persönliche Meinung dar.)
EAN 9783777432533

Die Silberne Stadt Gebunden

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Produktfakten auf einen Blick zur EAN 9783777432533

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9783777432533

Produktbeschreibung

Die glanzvollen Medaillen mit ihrer vielfältigen Motivwahl waren an der Begründung des Ruhmes der Ewigen Stadt maßgeblich beteiligt. Opulent präsentiert der Band Romdarstellungen auf Münzen und Siegeln von der Antike bis ins Spätmittelalter zeigt den Wandel in der Bildsprache vom 15. zum 17. Jahrhundert und fesselt mit historischen Zusammenhängen und Hintergründen.
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