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Karlheinz Schmiedel - Buchliebhaber
12.06.2023
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Beim Betrachten von Gemälden Botticellis, der Eyck-Brüder, Dürers und anderer Künstler der Renaissance fallen uns als Erstes viele Blumen auf. Sie sind nicht nur ihrer Schönheit wegen dargestellt, sondern stark mit Mythologischem verbunden.Seit alters her stehen Blumen stellvertretend für Tugenden und deren Gegenteile. Viele Religionen bringen die Entstehung und Entwicklung der Menschheit mit ihnen in Verbindung (Lilie – Bibel). Bis heute nutzen wir ihre Symbolik für Aussagen über Hass, Treue, Untreue, Neid, Bescheidenheit und viele weitere Äußerungen unseres Daseins.So ist es gar nicht so verwunderlich, dass Ferdinand Hodler (1853 - 1918), Maler gewaltiger Gebirgspanoramen, kraftstrotzender Holzfäller und dem Auszug Jenenser Studenten in die Freiheitskriege (ca. 360 x 550 cm), der sich so intensiv mit Tod und Vergehen befasste, sich auch eingehend mit Blumen und ihrer Bedeutung für uns Menschen auseinander gesetzt hat. Von welchem Künstler gibt es so viele Varianten von Löwenzahn,- gelb leuchtend in der Blüte bis verflüchtend weiß nach der Reife. Selten sah man Schöneres.Diana Blome, eine junge Wissenschaftlerin, hat 2020 eine Dissertation vorgelegt, die umfassend Hodlers Beweggründen und Motivationen nachforscht. Es gibt viel, sehr viel zu lesen und zu studieren, aber auch wunderschöne Bilder wiederzuentdecken, diesmal unter dem besonderen Aspekt, was die Blumen sagen.Ein großer Gewinn für den Kunstfreund! Karlheinz Schmiedel