InhaltDies ist das 5. Buch aus einer Reihe von Büchern des Hirzel-Verlags, die sich die Todsünden mal genauer ansehen.Nach einem Vorwort ist das Thema in fünf Kapitel gegliedert. Dabei geht es um die Geschichte der Faulheit, Faulheit in der Kunst, um positive und negative Effekte der Faulheit und um die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Freizeit. Viele Beispiele, insbesondere aus der Literatur lockern den Text auf. Auch kleine Gedichte und ein paar Abbildungen regen zum Weiterlesen an.Ein Quellenverzeichnis findet sich nicht, aber im Text sind Literaturbezüge genannt.Subjektive EindrückeEs ist ein sehr kurzweiliges Buch, das sich mit der Faulheit aus verschiedenen Blickwinkeln befasst. Der Schreibstil und die Gestaltung des Textes mit Beispielen, Gedichten und Abbildungen machen das Lesen einfach und zu einer wahren Freude. Da könnte man glatt noch eine Weile länger faul beim Lesen verweilen.Das Buch ist ein würdiger Baustein in der Reihe der Bücher über die Todsünden.FazitFaulsein auf leichte und humorvolle Weise aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.
Der Hirzel-Verlag hat sich der sieben Todsünden angenommen. In diesem Buch von Bernd Imgrund geht es um die fünfte, die Faulheit. Der Autor lässt uns zunächst zurückblicken in der Geschichte der Menschheit. Bei den antiken Griechen galt Arbeit als unfein. Wir erfahren, dass Faulheit = Nichtstun = keine Erbringung produktiver Arbeit auch als Privileg und Grundvoraussetzung der künstlerischen Entfaltung gesehen wurde."Arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten?" scheint eine Grundsatzfrage zu sein ,die auch heute die Gesellschaft spaltet. Jemand, der für seine Ziele hart arbeitet, neidvoll anerkennend "Worcaholic" genannt wird, während der Arbeitslose der Gesellschaft "auf der Tasche" liegt.Wir lesen von Kunst und Künstlern, der Bogen spannt sich von Luther bis zum Punkrock, von den Bettelorden des 13. Jahrhunderts bis zu Salman Rushdie. Und auch das Faultier im zoologischen Sinne hat es in dieses Büchlein geschafft. "Faul" ist eine leicht zu lesende, unterhaltsame Lektüre mit vielen interessanten Fakten. Diese werden gekonnt Aufmerksamkeit heischend formuliert, wie beispielsweise "Faulheit rettet Leben". So überraschend und neu diese These zunächst klingt, fasst sie nur bereits Bekanntes zusammen. Nämlich, dass der Mensch Ruhe, Schlaf und Erholung braucht, um gesund und am Leben zu bleiben.Und so bleibt für mich als Grundaussage des Büchleins, dass Faulsein im Sinne von "nicht produktiv arbeiten" zum Leben dazugehört. Ob dem Autor beim Waldspaziergang eine geniale Idee fürs nächste Kapitel einfällt oder der Fabrikarbeiter auf der Wiese im Freibad seine schmerzenden Muskeln entspannt, Tun und Nichtstun gehören zusammen wie Licht und Schatten, Yin und Yang. Eins ohne das Andere kann es nicht geben und darum sollten wir uns nicht schämen, wenn wir uns "faule" Auszeiten nehmen.Fazit: 4 Sterne und herzlichen Dank für ein paar vergnüglich faule Stunden.
Leider kann ich keine 0 Sterne vergeben.Sinnloses Buch und eine vergeudete Chance.Anstatt aufzugreifen was ein schlechtes Gewissen macht wenn man nichts tut und wie man das wandeln kann, verbleibt der Autor auf der obersten Oberfläche und anachronistischen Zitaten die nicht wirklich helfen aus der Stressfalle „ständiges Tun“ zu entfliehen.Ich frage mich, wie so ein Sinn entleertes Buch mit dem Sticker „Spiegel, Bestseller Autor“ versehen werden konnte?