Ein sehr lesenswertes Buch, es versetzt einen nämlich zurück in die Welt der Forschung vor mehr als einem Jahrhundert. Das sehr gut recherchierte Werk liefert einen guten Einblick in die Arbeits- und Lebensweise des Forschers Jean-Henri Fabri und der damaligen Welt der Naturforschung insgesamt. Der kluge Aufbau und die leidenschaftliche und zugleich akribische Beschreibung der einzelnen Stationen und Situationen vermitteln mehr als nur einen Eindruck über das Leben des Insektenforschers. Man fühlt sich stellenweise versetzt in diese Zeit. Es wird neben den Forschungsarbeiten auch die familiäre Situation beleuchtet, wodurch ein vollständiges Bild über das Leben von Fabre entsteht. Angereichert mit fiktiven, aber auf wahren Gegebenheiten beruhenden Interviews zwischen dem Autor und dem Forscher kommt noch eine gewisse Lockerheit zum Lesevergnügen. Auch der immer wieder vollzogene Abgleich mit dem heutigen Wissensstand schlägt eine gute Brücke von damals zum heutigen Leser. Abgerundet durch eine kleine Insektenkunde, inklusive der aktuellen Situation des Insektensterbens, ist dem Autor ein rundes und abgeschlossenes Werk gelungen.
Mit Freude bin ich in die Welt des Jean-Henry Fabre eingetaucht. In dieser sehr detailliert geschriebenen Biographie, taucht man ein in das lange Leben eines Mannes (Fabre wurde 91 Jahre alt) und seiner Passion für Insekten. Dem Autor gelingt es sich, anhand offensichtlich intensivster Recherche, in die Welt des kleinen Jean-Henry zu versetzen, der sich über die Jahre Bildung und damit - wenn auch bescheidene - finanzielle Mittel erarbeitet, um seine geliebten Insekten erforschen zu können. Wie Fabre schließlich als Lehrer Arbeit findet und mit dem Schreiben von Schulbüchern und vor allem mit der Herausgabe der Souvenirs Entomologiques bekannt wird ( er korrespondiert u.a. mit Darwin), das wird sehr unterhaltsam und nachvollziehbar beschrieben. Auch die Ehe mit seinen beiden Frauen, die erste Frau ist früh gestorben, und seinen Kindern wird mit einigen Anekdoten einfühlsam geschildert. Gerne würde man sich gleich aufmachen und durch den Harmas in Serignan streifen, einem großen Garten in der Provence, in dem Fabre in seinen letzten 30 Lebensjahren mit viel Akribie, Ausdauer und Phantasie geforscht hat. Seine Versuche und Beobachtungen sind amüsant zu lesen. Ein kleines Foto (im Buch findet man einige schöne Bilder) zeigt das Wohnhaus Fabres in seinem Harmas. Nebenbei erfährt man Interessantes über das Leben und die Politik des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in Frankreich. Im Text findet man fiktive Interviews des Autors mit Fabre. Eine schöne Idee, der Mensch Fabre kommt einem so recht nahe. Erst zum Ende des Buches geht der Autor in einem Kapitel relativ kurz, aber deutlich auf die Gründe des Insektensterbens in den letzten Jahrzehnten ein. Ich denke zu Recht, die Ursachen und die daraus resultierenden Probleme sind bekannt. Dafür zeigt uns der Autor durch die Augen Fabres die Vielfalt und Faszination dieser kleinen Lebewesen, deren Nutzen vielen Menschen nicht bekannt ist?? oder nicht interessiert.Es gibt ein paar Längen und Wiederholungen im Buch, die insgesamt aber das Lesevergnügen nicht schmälern.