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AJuM Sachsen-Anhalt
07.04.2024
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Die großformatigen Illustrationen der Kinderzimmerkalender von Wolf Erlbruch haben wohl ganze Generationen von Kindern geprägt. Auf ihnen sind zumeist Tiere zu sehen, die in vermenschlichten Posen im wahrsten Sinne des Wortes „in der Welt sind“. Allein oder zu zweit abgebildet, sind sie Ausdruck tiefer Zufriedenheit und Weltzugewandtheit. Sie drücken Mut und Freude aus, sind kreativ in ihrer Beziehung und immer tief in ihrer philosophischen Mehrdeutigkeit. Das ist vielleicht das markanteste Merkmal. Die Collagen sind oberflächlich einfach gestaltet, aber nicht nur zeichnerisch auf den Punkt gebracht, sondern auch von einer klugen Konzeption, die immer viel Raum zum Betrachten und Deuten lässt.Kein Wunder, dass man dazu fabulieren kann. Arne Rautenberg legt zu achtzehn Bildern je ein Gedicht vor. Er greift den leichtfüßigen Humor auf und setzt ihn in Verse um, die unkonventionell und schnell sind, dem Rhythmus der Bilder folgen, die eine Deutung wagen und die abgebildeten Tiere sprechen lassen. Die skurrilen Motive werden hier zu Selbsterzählungen, zu Mutmomenten und Nachdenklichkeiten. Mal schnell, mal gefällig bieten die Gedichte Einblicke in die Perspektiven und Motive der Tierprotagonist:innen. Und damit legen sie nicht nur eine Deutungsmöglichkeit für die Bilder fest, sie erweitern den Bedeutungshof auch wieder durch die poetisch-sprachliche Gestaltung. Das ist anspruchsvoll – aber auf die wunderbarste Art. Und das ist ein großer Genuss mit viel Raum zum Schmunzeln – sehr zu empfehlen!Weitere Rezensionen auf ajum.de