Die Anthropologin Alpa Shah erzählt in ihrer außergewöhnlichen preisgekrönten Ethnografie von
ihrem Fußmarsch mit einer Gruppe maoistischer Guerillas den Naxaliten. Sieben Nächte lang 250
km weit durch die dichten Wälder Ostindiens. Seit Jahrzehnten kämpfen die Rebellen nahezu
unbeachtet von der Weltöffentlichkeit gegen den indischen Staat verüben Anschläge auf
Großgrundbesitzer Beamte und Polizei. Benannt nach dem Dorf Naxalbari in Westbengalen wo der
maoistische Aufstand 1967 seinen Ausgang nahm wehren sie sich gegen die ungleiche
Landverteilung und die soziale und wirtschaftliche Benachteiligung der indigenen
Bevölkerungsgruppen durch das hinduistisch geprägte Kastensystem. In Gesprächen mit den
Anführern und durch jahrelanges Zusammenleben in Dörfern der Guerilla-Hochburgen versucht Alpa
Shah zu verstehen was die Naxaliten antreibt der größten Demokratie der Welt den Rücken zu
kehren zu den Waffen zu greifen und dabei möglicherweise die eigenen Ziele zu untergraben.