Gieseckes These, dass "alles, was pädaogogisch veranstaltet wird, über [...] Beziehung transportiert werden muß", dürfte einleuchten. Dass alle Erziehung und Bildung auch immer mit Beziehungen und Beziehungsgestaltung zusammenhängt, ist ein so offensichtlicher wie leicht zu übersehender Gedanke. Giesecke schafft es in seinem Buch, diesen Grundgedanken von vielen Seiten zu beleuchten. Er beginnt im ersten Teil des Buches damit, das Kind in der pädagogischen Beziehung zu definieren. Als Zeugen zieht er unter anderem Rousseau, Pestalozzi und Makarenko heran. Im zweiten Teil seines lesernswerten Werkes gibt er Gedanken zur reformpädagogischen Wende zum Besten. Den Höhepunkt des Buches findet sich im dritten und letzten Teil: Die pädagogische Beziehung in der pluralistischen Gesellschaft. Durchweg spricht Giesecke in einer verständlichen Sprache und gibt einen tollen Rundumblick. Kritisch kann angemerkt werden, dass er es leider zu oft versäumt, eigene origenelle Gedanken zu formulieren- das Buch ist in erster Linie ein Rezeptionswerk. Das muss nicht kritisch gesehen werden, denn diese Rezeptionen sind allesamt super geschrieben und durchdacht. Jedoch bleibt das kleine Manko - Giesecke hätte stärker auf eigene Gedanken und Überlegungen eingehen können. Dennoch: Sehr lesenwert für Erzieherinnen, Lehrer und Eltern. Vier Sterne