Dieser Roman - ein Kunstkrimi - ist in seiner Mixtur einzigartig. Das ist an sich schon eine Kunst bei den tausenden und abertausenden Kriminalromanen, die die Buchhandlungen füllen und von denen die meisten dem immer gleichen Schema folgen.Doch dieser Krimi ist anders. Zuerst einmal ist es kein klassischer „Whodunit“. Der Leser ahnt bereits auf der ersten Seite und weiß auf der zwanzigsten Seite wer der Mörder ist. Der Reiz liegt also nicht darin zu rätseln, wer all die brutalen Verbrechen begeht; auch nicht darin einem genialen und vielschichtigen Ermittler bei seinen Recherchen zu folgen. Ganz im Gegenteil: die menschliche Schlaftablette in Gestalt des Polizeibeamten Martin Blume ist alles andere als ein Sympathieträger. Wenn es hier einen Sympathieträger gibt, dann ist es der Mörder. Und auch das ist eine Kunst, denn der Mörder Jonas Blume alias John Blumenstein - Kunsthändler im Haupt- und Geheimagent im Nebenberuf - ist ein Mensch mit vielen Fehlern und Schwächen: ein eingebildeter, profitsüchtiger, promiskuitiver Betrüger mit sadistischen Zügen. Und zu allem Überfluss auch noch ein Mörder. Und doch, er ist eine so elegant-schillernde Figur, so erfrischend anders und aufregend. Bei seinen Lieblingsbeschäftigungen - der Suche nach herausragenden Kunstwerken und dem Besuch großer und kleiner Gourmet-Tempel - legt er eine solche Kultiviertheit und Kennerschaft an den Tag, die es heutzutage nur noch selten gibt und man gibt sich dem unwiderstehlichem Charme dieses Bösewichts gerne hin. Besonders schön sind die zum Teil ausgedehnten Beschreibungen großer Weine und feiner französischer und italienischer Speisen. Und auch beim Morden ist John Blumenstein ein wirklicher Connaisseur und lässt seine umfangreichen Kenntnisse der Kunstgeschichte in jedes seiner „Werke“ einfließen.Die zum Teil sehr abwegige Handlung könnte leicht ins lächerliche abrutschen, aber Dank der feinsinnigen Ironie, die sich durch das Buch zieht, muss man selbst bei den makabersten Begebenheiten des Öfteren schmunzeln. Das alles und die psychologisch interessanten und unerwartbaren Entwicklungen machen diesen Roman zu etwas besonderem. Und nicht zu vergessen: die pädagogische Ebene. Viele Kunstwerke, die in der Handlung vorkommen, werden sogar abgebildet und dem Leser in lebendiger und faszinierender Weise näher gebracht. Gerade in unserer Zeit, in denen vielen Menschen die Voraussetzungen (Kenntnisse der Bibel, der Heiligengeschichten, Ikonographie, …) fehlen, um alte Kunst verstehen und genießen zu können ist das eine schöne Idee und vielleicht kommt bei dem ein oder anderen Leser nach dieser Lektüre sogar Lust auf, öfter ein Museum aufzusuchen…
Leider hat mir diese Buch überhaupt nicht zugesagt, man lernt viel über Gemälde der alten Meister, das war für mich das einzig positive, deshalb die Sterne. 2 Brüder mit unterschiedlicher Vergangenheit und Gegenwart, einen Beamten in solch einer Position, so unmöglich unfähig darzustellen, ist das eine, eine leuchtende Figur als "Kunsthändler" zu schaffen eine andere. Der Kunsthändler agiert im "schwarzen" Sektor unter der Hand, Geldwäsche, Fälschungen, Betrug und viel Illegales. Er erweist sich als mordender Psychopath der ästhetischen Sonderklasse. Das ganze Drum Herum mit den Russen, der evtl. Mafia usw. war eigentlich alles irrer Quatsch.