★★★★★
k.A.
14.05.2026
ean-shopping.de
Der Roman ist inhaltlich sehr ansprechend und bietet eine spannende Geschichte, allerdings ist der Zustand des Buches aufgrund des Alters und der Gebrauchsspuren nicht perfekt.
1250: Friedrich II. v. Hohenstaufen, Kaiser des Römischen Reichs und als Jahrtausendkaiser die Hoffnung der Welt, stirbt und hinterlässt ein Reich im Chaos. Seine eigenen Söhne bekriegen sich, einige Fürsten und Grafen streben selber nach der Kaiserkrone und auch die Romkirche ist nur am Ausbau ihrer Macht interessiert. Aberglaube und Progrome aller Art sind an der Tagesordnung, selbst das Wetter scheint mit dem Teufel im Bunde zu sein und lässt die Ernte allerorten verdorren.Ein Ritter des Kaisers, ihm bis über den Tod hinaus treu ergeben, ist in seinem Auftrag auf dem Weg nach "terra sancta", ins Heilige Land. Friedrichs auf dem Totenbett geäußertes Vermächtnis - groß genug, um die Machtverhältnisse neu zu ordnen, Herrscher zu fällen und neu zu schaffen - ist nur für die Ohren eines Mannes bestimmt und dieser soll sich in Jerusalem befinden.Doch auch der Kreuzzug im Heiligen Land scheint gescheitert, Ordensritter sind versprengt, getötet oder vegetieren in Gefangenschaft dahin - letzteres wie Rogers de Bezers, Erbe der Katharer und als Ketzer von der Romkirche verflucht und gejagt. In seinen Armen stirbt Hertwig von Staleberc, der Bote des Kaisers - ohne ihm mehr als wirre Hinweise zu diesem Geheimnis anvertrauen zu können.Zur selben Zeit versucht Schwester Elsbeth, eine Nonne im Kloster von Papinberc, einer von ketzerischen Visionen heimgesuchten Mitschwester mit einer Flucht in die Wildnis von Wizinsten und der Neugründung eines Kloster namens "Porta Coeli" in der dortigen Ödnis das Leben zu retten, in dem sie sie auf diese Weise aus dem Blickfeld des Bischofs von Papinberc schafft. Von dem kalten Empfang in Wizinsten, einem düsteren Ort, der selber viele dunkle Geheimnisse zu haben scheint und immerhin über ein verfallenes altes Benedektinerkloster verfügt, lässt sie sich zunächst nicht abschrecken.Und Rogers de Bezers, mit zwei treuen Freunden auf der Suche nach dem kaiserlichen Vermächtnis und nach abenteuerlicher Flucht auf dem Weg nach Staleberc - seinem einzigen Hinweis - wird ebenfalls feststellen müssen, dass manche Taten seiner Vergangenheit weite Schatten auf seine Zukunft werfen und man auch auf Klosterbaustellen über sein Schicksal stolpern kann...Und mein Fazit:Dieser Roman ist ein herrlicher Schmöker, fesselnd und unterhaltsam, voller Schauplätze und Charaktere, die begeistern - Richard Dübell hat es sogar in ausnahmslos jedem Fall geschafft, mir selbst die Bösewichte ans Herz wachsen zu lassen: einen ebenso von Ehrgeiz zerfressenen wie gewissenlosen Grafen, dessen wunder Punkt ausgerechnet sein Herz ist, ein Bund mörderischer Mönche, deren Motive für ihre Taten so unterschiedlich sind wie sie selbst, eine von den Schattenseiten des Lebens zu Fall gebrachte und doch eigentlich so lebenshungrige Tochter eines Wizinstener Kaufmanns und ein gebrochener Ketzer, der sich selber mehr verachtet, als ihn jeder andere verachten könnte.Von den Helden der Geschichte ganz zu schweigen...Ich drücke die Daumen, dass dieser Stoff um die dunkle Zeit des Interregnums, die Katharer und ihren Glauben, um den Dombau zu "Porta Coeli" und letztlich die Suche nach solch schicksalsträchtigen Geheimnissen Herrn Dübell vielleicht doch dazu hinreissen könnte, eine weitere Trilogie daraus werden zu lassen.Von mir abschließend auf jeden Fall die Empfehlung: Nicht entgehen lassen, sondern unbedingt lesen!
Während in Outremer 3 gefangene Kreuzfahrer von einem Geheimnis des kürzlich verstorbenen Kaisers Friedrich II erfahren, versucht eine junge Nonne ein Tochterkloster des Zisterzienserordens in dem Örtchen Wizinstein zu gründen. Wizinstein wird von einem dubiosen "Notar" regiert, der sich auch über alle Belange des Stadtrates hinweg zu setzen weiß. Seine Geliebte versucht mit allen Mittel den Bau des Klosters zu verhindern.Was zuerst aus drei völlig unzusammenhängenden Erzählsträngen seinen Anfang nimmt, baut sich recht schnell zu einem sehr gut geschilderten Mittelalterkrimi auf. Durch die Verflechtung der drei Geschichten wird der Leser mit einer Vielzahl von Figuren konfrontiert, in der er (leider) auch den Überblick verlieren kann. Hinzu kommt, dass Hr.Dübel auch noch Geschichten in der Geschichte erzählt und man so sehr genau lesen muss, worauf sich der Autor gerade bezieht. Ich will damit keine harsche Kritik üben, sondern nur vor "zu schnellem Lesen" warnen, denn der Roman hat viel Positives zu bieten!Allein die sehr detaillierten Erklärungen zum "Albigenserorden" sind mehr als lesenswert!Viel Figuren haben eine sehr große Tiefe, so das ein "Miterleben" recht einfach fällt. Auch sind die Lebens- und Arbeitsumstände im Mittelalter gut wieder gegeben.Manch kleine Ungereimtheit besteht aber leider doch (z.B. gab es "Vollkastraten" nur im arabischen Raum), und manch interessanter Geschichtenteil, wird nur am Rande gestreift (z.B. die "Erzengel" um Rudolf I).Sehr hilfreich war für mich das Personen- und Ortsregister und die sehr umfangreichen "Bemerkungen" zum manchen Textpassagen (am Ende des Romans).Auch die Grundidee (das Geheimnis um das sich alles dreht) ist so interessant, dass es fast einen zweiten Roman füllen könnte!Hauptstörfaktor war für mich nur, dass manche Kapitel sehr langatmig waren (gerade in puncto "Liebesgeschichten"), die mir immer wieder erlaubt haben, das Buch wegzulegen und somit zu "Wertungsabzug" führen.Fazit: Sehr interessante Mittelalterlektüre, dass sehr detailgenau die "Glaubensproblematik" ins Visier nimmt!