★★★★★
k.A.
24.05.2026
ean-shopping.de
Toll!
Ein Wiedersehen mit Pierre Niémans, dem eigenwilligen Ermittler aus „Die purpurnen Flüsse“ – was habe ich mich aufs Lesen gefreut!Nach einem schweren Unfall hat Niémans längere Zeit als Ausbilder bei der Polizei gearbeitet und darf nun wieder in den Außendienst, wo er an der Aufklärung besonders schwerer und grausamer Morde arbeitet. Ein Fall führt ihn über die Grenze nach Deutschland in den Schwarzwald, wo der milliardenschwere Erbe eines Industrie-Imperiums bei einer Jagd im Elsass ermordet und verstümmelt wurde. An seiner Seite befindet sich eine Assistentin, die junge Kriminalbeamtin Ivana Bogdanovic, eine Kroatin mit traumatischer Vergangenheit. Sie ist der einzige Mensch, mit dem Niémans es aushält – und umgekehrt.Die Beschreibungen der düsteren Wälder des Schwarzwaldes halte ich für gelungen, mit Ausnahme des Titisees, den ich als fröhlichen, belebten Touristenort mit unzähligen Kuckucksuhr-Geschäften kenne – aber gut. Inmitten dieser Wälder residiert die steinreiche Familie von Geyersberg in mehreren riesigen Anwesen, das Unternehmen wird mit harter Hand geführt; im Privatleben der von Geyersbergs dominiert die Jagd auf Wild in den eigenen Wäldern. Schnell verfällt Niémans der aristokratischen Schwester des Getöteten, Laura von Geyersberg. Doch Laura hegt ein düsteres Geheimnis, und in den Wäldern um ihre gläserne Villa treibt sich das Böse um: Schwarz gekleidete Jäger mit hochaggressiven Kampfhunden bedrohen das Leben der Gräfin – und bald auch das von Niémans.Einen Wiedererkennungswert vermisse ich. Niémans arbeitet weiterhin mit unkonventionellen und fragwürdigen Methoden, aber im Gegensatz zu „Die purpurnen Flüsse“ büßt er damit an Autorität ein. So lässt er sich zum Beispiel von der attraktiven Gräfin einlullen und herumkommandieren. Lassen wir Gnade walten, er ist ein älterer Mann geworden und in „Die letzte Jagd“ rückt Niémans schließlich mit den Traumata seiner Jugend heraus (was ich nicht unbedingt gebraucht hätte).Achtzig Prozent des Buches habe ich verschlungen, habe ein bisschen was über verschiedene Jagdmethoden gelernt und munter mitgerätselt, auch die Location im Schwarzwald hat mir gut gefallen. Die Auflösung hat mich allerdings ziemlich enttäuscht, daher ziehe ich einen Stern ab. Das Motiv für die Ermordung des Erben hat mich nicht wirklich überzeugt – ich will nicht mehr verraten, um nicht zu spoilern. Auch der Auftritt der Nazi-Bande, deren Herkunft zunächst spannend klang, wirft am Ende einige Fragen auf. Ihren Job hätte jede gewaltbereite Bande übernehmen können. Es hat ein bisschen den Anschein, als wäre der Autor der Meinung gewesen, in einen deutschen Roman gehören Nazis dazu, wie das Croissant zu einem französischen Frühstück gehört.Insgesamt aber supergute Unterhaltung, wie immer von Jean-Christophe Grange, und meiner Meinung nach gehört „Die letzte Jagd“ auch nicht zu seinen schlechteren Romanen.
Auch wenn der Roman anfangs etwas anderes verspricht, dreht sich hier alles nur um ein Thema: die Jagd. Wer ihr mit Herz und Seele verfallen ist, kennt nichts Höheres und schüttelt auch alle moralisch-ethischen Bedenken ab. Vor allem, wenn diese Einstellung durch reichlich viel Geld gedeckt wird..So weit, so gut. Was ich an Granges neuem Roman schätze, ist gerade diese Bodenständigkeit, die ihm in den früheren Romanen zuweilen etwas abging. Die engültige Auflösung kratzt aber arg am Unglaubwürdigen, es sei denn, man nimmt verfluchte Familien (z.B. die von Graf Dracula) als reell an.Als Lesespaß macht sich Granges neuester Thriller gut-schade nur, dass der Autor gegen Ende jegliches Maß verliert. Darum nur vier Punkte und frohes Halali!
Pierre Niémans ermittelt wieder. Nachdem er beim letzten Einsatz fast gestorben wäre versetzt man ihn nach der Genesung in den Innendienst. Da ist er allerdings nicht glücklich und nutzt die Chance der Sondereinheit, die örtliche Polizisten bei Verbrechen unterstützen soll. Dass er momentan die einzige Person bei dieser Spezialeinheit ist stört ihn nicht, er nimmt sich eine Assistentin/Gehilfin: Ivana Bogdanovic. Niémans und Ivana werden nach Deutschland, in den Schwarzwald, entsandt. Der junge Millionär und Industrielle Jürgen von Geyersberg wurde tot aufgefunden, den Kopf mit einem Messer abgetrennt, den Brustkorb geöffnet und ausgeweidet, Eingeweide und Genitalien gestohlen. Das Alles im Wald von Trusheim jenseits der Grenze, auf französischem Boden im Elsass. Niémans und Ivana sollen beide Behörden – die deutschen und französischen – unterstützen. Doch noch ehe die beiden richtig loslegen können taucht auch schon das LKA Baden-Württemberg auf und teilt ihnen mit, dass der Täter gefasst wurde. Die Vernehmung des mutmaßlichen Mörders bringt allerdings nichts. Hier sieht es eher so aus als wolle jemand eine Tat gestehen, die er nicht begangen hatte. Die Schwester des Ermordeten und nun alleinige Vorsitzende des Industriekonzerns hingegen ist eine schillernde und auch schleierhafte Persönlichkeit und scheint ebenso in Gefahr zu schweben.Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Polizei wird nur langsam besser. Niémans hat schnell das Gefühl, dass die Gründe für das Verbrechen in der Vergangenheit vergraben liegen müssen. Die von Geyersleben haben sich noch nie Freunde gemacht, regierten ihr Imperium immer mit eiserner Hand und machten auch vor Gewalt nicht halt. Jean-Christophe Grangé greift wieder in die Vollen. Da geht es um Nazi Verbrechen, eine SS Untergruppe die sich die Schwarzen Jäger nannten und die auf Schloss Geyersleben nach dem Krieg angeblich Schutz fanden. Die Schwarzen Jägern waren mit blutrünstigen Hetzhunden unterwegs und genau diese Hunderasse der Röetken taucht plötzlich wieder auf, obwohl sie in Europa als ausgestorben gilt. Vermummte Biker verbreiten auf ihren Motorrädern Schrecken und recht schnell geraten Ivana und Niémans ins Fadenkreuz dieser Gruppe. Das Niémans panische Angst vor Hunden hat spielt der gewalttätigen Gruppe noch in die Karten.Pierre Niémans ist älter und ruhiger geworden. Längst nicht mehr so hart und brutal wie früher ermittelt er in Grangés DIE LETZTE JAGD zusammen mit seiner neuen Kollegin Ivana wieder in einem seltsamen Fall. Er muss sich nicht nur mit einer dekadenten Adelsfamilie sondern auch mit der deutschen Polizei, alternativen Wissenschaftlern, militanten Gruppierungen und gefährlichen Hunden herumschlagen. Alles in Allem läßt sich DIE LETZTE JAGD gut lesen. Zwar erscheint so manches an den Haaren herbeigezogen und konstruiert, auf der anderen Seite ist es gut umgesetzt: ohne Längen, kurze Kapitel, wechselnde Schauplätze und verschiedene Protagonisten. Mir persönlich hat der frühere Jean-Christophe Grangé einen Ticken besser gefallen.