und vermisse heute noch den Ghoul GRIMES aus der Anfangszeit von John Sinclair.Sie sind gruselig,blutrünstig und haben oft einen lustigen Spruch auf den Lippen.Eine Folge , die mal wieder etwas aus der Reihe tanzt und mir daher sehr gefällt!
Ich liebe Ghouls. Oder sind es Ghoule ? Ach, wie herrlich hat selbst unser John Sinclair in so mancher Folge über den Plural jener sicherlich nicht soooo ganz alltäglichen Geschöpfe mit Kollegen streiten dürfen. Wer erinnert sich mit mir beispielsweise noch an Grimes, den rotzfrechen Ghoul, der gar nicht tot zu kriegen war (?) Er besuchte den Geisterjäger sogar auf dessen Arbeitsplatz. Puh, ist das schon lange her. Gemeint ist die Doppelfolge "Die Höllenkutsche / Asmodinas Reich" (Nr. 21,22, Ende 2002/Anfang 2003). Oder weiterhin herumgekramt : "Das Rätsel der gläsernen Särge" (Nr. 8 der Classics). Was für eine skurille Geschichte und auch keine leichte Kost ......Doch seit der Jubiläumsausgabe 100 bin ich (nur noch) Gelegenheitshörer der Serie. Jetzt allerdings bin ich mal wieder neugierig geworden. Ich will ein Näschen oder beide Öhrchen opfern. Allein das Cover ist mal wieder toll : Da steht der Ghoul, stramm auf der Matte in der Amtsstube. Und was für ein interessanter Titel ist es doch : "Der Ghoul, der meinen Tod bestellte." Ich erinnere mich ganz, ganz dunkel, dass ich als Schüler den Roman gelesen haben dürfte. Das muss 1984 gewesen sein, so wie es in dem informativen Beiblatt festgehalten ist.Kommen wir nun zur heutigen großen Schleimerei. Auf 15 schlürfenden Tracks werden 51 sabbernde Hörspielminuten präsentiert. 15 Sprecher -- allesamt authentisch -- darunter kess wie eh und je : Ilya Welter als Johns Sekretärin. Leicht unterkühlt : Achim Schülke als Sir James. Höchst sympathisch : Martin May als Suko. Cool und lässig wie seit Folge 101 gewohnt : James Bond / Daniel Craig- Sprecher Dietmar Wunder als John Sinclair. Die aktionsbetonte Handlung wie immer mit stockend- schleppender Erzählweise ausbremsend : Alexandra Lange als Erzählerin. Sie kommt erfreulicherweise erst ab Hälfte zwei und dann auch nur recht kurz zum Einsatz. Dagegen positiv schrullig wie besinnlich : Karyn von Ostholt als altbekannte Horror- Oma Sarah Goldwyn. Ein würdiger Gegenspieler zu John Sinclair : Tobias Lelle als "Ghoul vom Dienst" namens Jossip Semic. Was tummelt sich da noch : Bernd Vollbrecht als Syndikats- Chef Logan Costello ist zurück. Gefühlvoll- leidend hören wir : Kirstin Hesse als Helen Price. Und noch einige mehr.Eindrucksvolle musikalische Effekte begleiten eine spannende kriminalistische Handlung, die mir vor allem in Hälfte eins sehr gut gefallen hat. Hier gibt es thrillerhafte Bezüge. Letztlich kommt der gute John den Ghouls, Ghoulen, Ghoulanten (oder wie auch immer wir sie scherzhaft mal benennen möchten) doch äußerst schnell und viel zu selbstverständlich auf die Schliche. Auch die Kampfszenen haben mich dieses Mal nur mäßig überzeugt. Auffälliger ist mal wieder die extrem aufgedrehte Lautstärke nach dem Intro und dann noch einmal gegen Schluss, so als gelte es, nicht nur die bösen Nachbarn aufzuschrecken, sondern auch die wirklich letzte Friedhofsmauer einzureißen.Wiederum gibt es eine recht rührselige Schlussszene -- und auch ein neuer bitterböser Charakterkopf wird auf die Zukunft einstimmend ins Spiel gebracht. Immer wieder fesselnd sind ohnehin die wechselnden Perspektiven und die Parallel- Handlungen. Sie sind ein großer Pluspunkt der gesamten Serie. Und natürlich der Humor. Wie heißt es hier so passend, als ein Handlanger der Gangster zu einem noch gefährlicheren Wesen spricht : "Was stinkt hier eigentlich so ? Haben Sie einen fahren lassen, oder was ....." Ach ja, auch für einen Ghoul läuft nicht alles reibungslos.Insgesamt gibt es von mir 4 Sterne für unsere so geschätzte stinkende Leichenfresser- Truppe aus dem niederen Untergrund. Jawohl, zumindest einer der Kerle wird mal kräftig sabbern, schmatzen, schlürfen, schleimen ......, was gibt es alles noch (?) ...... geifern, speien, kübeln, koddern, rülpsen, röhren dürfen. Die Brutalität hält sich dabei erfreulicherweise in Grenzen. Somit ist es angerichtet -- ich wünsche guten Hörspiel- Appetit.