Natürlich wieder ein großartiger Camilleri, allerdings will ich nicht nochmal so ein dickes und dick verpacktes Buch in den Briefkasten gestopft bekommen, der ist uns fast kaputtgegangen beim Rausholen.
Der sizilianische Kommissar Salvo Montalbano ermittelt in diesem Krimi in zwei Fällen parallel: Der eine ist privat, dort geht es um eine Kiste von Super 8-Filmen aus verschiedenen Jahren, die jeweils immer dieselbe, einzige Einstellung zeigen. Zum anderen geht es um einen Überfall auf eine Schulklasse, in die auch der Sohn von Montalbanos Kollege Mimi Augello geht.Der Kommissar muss sich plötzlich mit jungen Leuten auseinandersetzen, deren Sprache er nicht versteht. Noch schlimmer: Er muss sich mit der Welt von Computern und Internet beschäftigen.Zu allem Überfluss stören die Dreharbeiten einer schwedischen Filmproduktion die Ruhe des Dorfes und damit auch die des Kommissars.Wie jeder Roman von Camilleri ist auch dieser flott geschrieben und gut lesbar: Es gibt üblichen Beschreibungen über die Essen bei Enzo und in anderen Restaurants sowie einige amüsante Details, unter anderem legt Montalbano seinen Kollegen Mimi einmal so richtig aufs Kreuz. Die Fälle sind allerdings so durchsichtig, dass man schon in der Mitte des Buches weiß, in welche Richtung sie laufen. Zudem fehlt es diesmal an Sozialkritik und politischer Schärfe.Nicht richtig schlecht, nicht langweilig, aber auch nicht wirklich gut. Schnell gelesen und schnell vergessen.