In der Doppelbiografie kommen die Tauts als Brüder Eltern und Ehemänner zu Wort. In Briefen
Tagebüchern und Zeitzeugenberichten Zeichnungen und Fotos aus dem Familienalbum werden zwei
Künstlerpersönlichkeiten lebendig - und mit ihnen die Schicksale ihrer Frauen und Kinder. Die
beiden talentierten Brüder machten in Berlin als Architektenkollegen Karriere: Bruno
(1880-1938) wird bekannt als Planer großer Wohnsiedlungen Max (1884-1967) macht sich einen
Namen als Architekt der Gewerkschaften. Unda Hörner erzählt ihre eng verbundenen Lebenswege als
Familiengeschichte vor dem Hintergrund von Kaiserreich Weimarer Republik Nationalsozialismus
und Nachkriegszeit. Neben großen Erfolgen hatten Begabung und Charaktere auch dramatische
Auswirkungen im Privaten. Die Brüder heirateten Schwestern Töchter des Wirtes der Choriner
Klosterschänke doch nur eine der beiden Ehen hielt. Bruno der 1933 ins Exil ging und 1938 in
Istanbul starb war der Visionäre der in avantgardistischen und intellektuellen Kreisen
verkehrte. Sein Sohn Heinrich führte einen lebenslangen inneren Kampf gegen den genialischen
Papa und den berühmten Onkel. Der bodenständigere weniger mitteilsame Max blieb in Berlin wo
er sich leidlich über Wasser hielt und das gemeinsame Büro weiterführte. Er war es der nach
1945 das gemeinsame Erbe antrat als Professor an der Hochschule für bildende Künste und
Architekt des Wiederaufbaus.