Vor rund 250 Jahren erschien Adam Smith' 'Wealth of Nations' und eine seiner prägnantesten
Thesen ist der Slogan von der 'unsichtbaren Hand des Marktes'. Damit gemeint ist die
Überzeugung dass Wettbewerb und Märkte die Tendenz haben die unzähligen individuellen
wirtschaftlichen Entscheidungen die täglich auf der Welt getroffen werden in ein
gesellschaftlich optimales Gleichgewicht zu bringen. Der Ökonom Arnis Vilks zeigt in seiner
übersichtlichen Studie wie Smiths These zum 'harten Kern' eines Forschungsprogramms und etwa
seit den 1970er Jahren zum herrschenden Paradigma der Volkswirtschaftslehre wurde obwohl es
immer auch andere wohlbegründete konkurrierende Auffassungen gab. Nicht zuletzt die Vergabe
von Nobelpreisen an prominente Propagandisten des neoliberalen Weltbilds sorgte dafür dass die
damit verbundenen ökonomischen Ideen in die Köpfe von Politikern einsickerten. Durch
Deregulierung Privatisierung und Steuersenkungen von denen naturgemäß die bereits Vermögenden
profitierten wurde infolgedessen auch die Rolle und das wirtschaftliche Vermögen der
staatlichen Institutionen zugunsten der Akkumulation und Konzentration privaten Vermögens
reduziert. Der Neoliberalismus dessen Genese im volkswirtschaftlichen Denken Vilks
nachzeichnet wirkte weit über 'Thatcherismus' und 'Reaganomics' hinaus - die Politik etwa
eines Donald Trump oder eines Javier Milei zeigt dass er bis heute zu radikalen Maßnahmen zu
führen vermag.