Tolle, traditionsreiche RezepteRitual KochbuchTraditionelle und magische Küchenschätze von Ingeborg ScholzDies ist ein Kochbuch, welches dem Leser nicht nur Rezepte näher bringen möchte, es möchte auch Werte vermitteln. Um ehrlich zu sein, spricht die Autorin mir da aus der Seele. Warum kann man im August schon Lebkuchen kaufen? Ein Gebäck, auf das man sich früher das ganze Jahr über gefreut hat, ist nun nichts besonderes mehr. Daher freut es mich umso mehr, in diesem Buch viele Traditionsrezepte und deren Gebräuche neu und auch wieder zu entdecken.Das Inhaltsverzeichnis gliedert die einzelnen Bereiche sehr übersichtlich, so dass es leicht fällt nach Anlass oder Jahreszeit die gesuchten Rezepte zu finden. Viele Erinnerungen werden wach beim ersten durchblättern. Der Weckmann wird in meinem Wohnort zwar Stutenkerl genannt, aber über das Rezept habe ich mich sehr gefreut. Auch viel Neues, mir unbekanntes habe ich vorgefunden, das meiste regt direkt zum nach kochen und backen an.Die Bilder runden dieses Kochbuch perfekt ab, eine breitgefächerte Auswahl an interessanten Rezepten, gespickt mit zahlreichen Informationen und ansprechenden Bildern, was will man mehr. All dies macht das Buch zu einem tollen Erlebnis, zum verschenken oder um es selbst zur Hand zu nehmen, wenn der Anlass nach einem besonderen Gericht gegeben ist.Ein schönes Kochbuch, mit besonderen Rezepten.
Ritual Kochbuch: Traditionelle und magische Küchenschätze von Ingeborg Scholz, erschienen im Neumann-Neudamm Melsungen Verlag am 5. Juli 2017.Immer weniger Menschen erinnern sich heute wirklich noch an alte Gebräuche und Traditionen der Küche die durchs Jahr stattgefunden haben. Schon die Küche der Großeltern ist verschriehen als zu ungesund, butterlastig und mit zerkochtem Gemüse. Statt nun alte Gerichte neu zu interpretieren hat man sich neue Rituale bzw. Traditionen geschaffen. Dieses Buch hat sich nun zur Aufgabe gemacht uns die alten Rezepte und die Gründe warum sie gegessen wurden und in welchen Regionen nahe zu bringen. Die Rezepte sind meist einfach nach zu kochen und das was man bodenständig nennen würde.Es gibt gleich zwei Inhaltsverzeichnisse. Eins ist nach dem Anlass geordnet und folgt damit den verschiedenen Themen durchs Jahr, eins listet die Rezepte auf damit man ein Rezept einfach wieder findet sollte man sich nicht erinnern zu welchem Anlass es normalerweise gereicht wird, oder man es einfach auch mal außerhalb der Tradition einfach so herstellen wollen.Etwas Kocherfahrung schadet nicht, wenn man etwas nachkochen möchte. Gewürze werden nicht immer mit Mengenangabe gelistet, da sollte man über den Daumen schon wissen was man tut.Die Rezepte sind interessant, nicht zu kompliziert. Leider sind wie die Tradition es vorschreibt, die Backrezepte fast durchgängig mit Mandeln gemacht. Alternativvorschläge werden leider nicht gemacht. Die Erklärungen und Beschreibungen der Rituale und Traditionen sind sehr schön aufgearbeitet und auch optisch ein Genuss.Leider kann man das weder von dem Cover noch von der Mehrzahl der Aufnahmen der gekochten Speisen sagen. Was man sich dabei gedacht hat eine Weckmannfamilie auf dem Cover neben ein Töpfchen Heringssalat mit Zauberstab schweben zu lassen, ich weiß es nicht. Heringssalat ist irgendwie nicht wirklich der optische Bringer. Im Normalfall findet man auf Covern von Kochbüchern oder Kochzeitschriften immer ein Gericht was optisch was her macht. Das kann man vom Heringssalat ja nun wirklich nicht behaupten. Auch sonst sind die Rezeptseiten recht profan und lieblos mit einem einzigen Effekt fotografiert worden und gerade die Fischgerichte locken da nicht zum nachkochen. Bei der fleckigen Kürbissuppe in einer Dessertschale auf Seite 113 haben wir sogar angefangen „Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat“ zu zitieren. Ist wohl dem Sternenhintergrund der die Fotos wie Ufos durchs All schweben lässt geschuldet.Das Kochbuch ist sicher eine Bereicherung für den Kochfreund der sich gerne noch mal in Erinnerung ruft warum wir was im Jahr kochen und warum wir es kochen. Eine optische Aufwertung des Kochbuchregals für Kochbuchsammler würde für mich etwas mehr Aufwand haben müssen weswegen ich zwei Sterne der Gesamtwertung abziehe.
Nach der Aufmachung und dem Titel "RITUAL Kochbuch" kann man leider nicht gehen und führt zu falsche Erwartungen. Sicherlich ist dies ein Kochbuch, das kulturell/regional bedingte Rituale bzw. Bräuchhte aufgreift und sie relativ oberflächlich schildert, doch mit Magie und ihren Ritualen hat es Nichts zu tun. Es wird hauptsächhlich christliche und gesellschaftlich-kulturelle Bräuchte und Festtage dargelegt, die aber des Heidentums oder des Hexentums nicht beachtet. Zudem sind es allgemein bekannte Kochrezezepte für regional-typische Spezialitäten wie z.B. Maultaschen, Rouladen, Bremer Grünkohl usw., das ist wirklich keine Hexenkunst - schade!