Astrid Lindgren war mir bisher ausschließlich als phantasie- und verständnisvolle, engagierte Kinderbuchautorin bekannt. Deshalb war ich umso gespannter auf dieses Buch, das bereits 1990 (1991 in Deutschland) erschienen ist und jetzt neu aufgelegt wurde mit Nachwort der Tierärztin Kristina Forslund. Auch das Cover wurde neu und zeitgemäß ausgestattet. „Meine Kuh will auch Spaß haben“, ein Satz, der kurz und prägnant ausdrückt, worum es in diesem Buch geht. In diesem Buch engagiert sich Astrid Lindgren in der Debatte um den Tierschutz, sie gibt den Tieren, die in der Massentierhaltung gequält, gemästet und mit Medikamenten vollgestopft werden, ihre Stimme. In der Tageszeitung „Expressen“ werden ihre Artikel 1985-1989 veröffentlicht. Diese Artikel sind in dem Buch abgedruckt, sowohl von ihr als auch von den Politikern. Öffentliche Kritik der Autorin an den Politikern, wo sie sich auch nicht scheut Namen zu nennen und schonungslos offen, aber trotzdem feinfühlig in ihren Texten ist. Der Bauer kommt bei ihr gut weg, er ist für sie ein Rad in der Maschinerie der Großindustriellen, der, wenn er sich nicht anpasst, seinen Lebensunterhalt nur noch schwer bestreiten kann. Auch der Leser wird zum Nachdenken angeregt, Astrid Lindgrens Plädoyer gegen die Massentierhaltung und an den Menschen zu überlegen, was er den Tieren, die ja nur noch als Objekt und Fleisch- und Milchlieferant gesehen werden, eigentlich mit der „billig will ich“ Preispolitik antut, ist heute wie vor 30 Jahren aktuell und wichtig.