Insgesamt stellt das Buch von Findeisen eine gute, übersichtliche Zusammenstellung der dänischen Geschichte dar. Trotzdem gibt es aber ein paar Punkte, welche man bemängeln kann. In dem Teil über das Mittelalter wurden verschiedene Ereignisse irgendwie übersprungen, sodas das Ganze dann lückenhaft wirkt. Teilweise werden Thronübernahmen nicht geschildert, verschiedene Begebenheiten findet man zwar in der Zeittafel, im Text allerdings fehlen diese oder sind nicht ausreichend erklärt. Die Frage wie Schonen und die anderen Gebiete Schwedens erstmals an Dänemark kamen ist für meine Begriffe unzureichend erklärt. Weitere Kritik bildet der Satzaufbau, wo einiges schwerfällig erläutert ist und dadurch der Lesefluss etwas verloren geht.Sieht man von diesen Mängeln ab, bildet das Buch einen guten Überblick und ist wahrscheinlich momentan das einzige deutsche Buch, welches die Thematik in dieser Ausführlichkeit behandelt. Die Geschichte Dänemarks wird erst im Mittelalter greifbarer, da man sich vorher viel mit archäologischen Funden begnügen muss. Das Land bewegt sich alsdann des öfteren zwischen Grossmachtpolitik und Zerfallsperioden. Ähnlich den anderen Territorien Europas ist man abhängig von der Aura des jeweiligen Herrschers sowie desssen engerem Ratgeberkreis. Nach dem Erreichen der englischen Krone im 10./11.ten Jahrhundert verläuft die Entwicklung später in den Ostseeraum, wo man insbesondere in Schweden Fuss fast. Die Dänen erreichen später unter eigener Vorherrschaft die Union der skandinavischen Länder. Die Präsenz in Südschweden beinhaltet den Konfliktstoff für spätere Jahhunderte, wo man des öfteren Krieg gegen die Schweden führte. Dänemark stellte lange eine regionale Macht im Ostseeraum dar, besass während gewisser Zeit neben England die zweitstärkste Flotte. Die Vormachtstellung konnte man allerdings nicht behaupten und wurde von den Schweden vom Festland vertrieben. Neben den dänisch-schwedischen Konflikten bildete Schleswig-Holstein ebenfalls einen Zankapfel zwischen den Dänen und den Regionalfürsten, später den Preussen.Neben den politischen Ereignissen wird die soziale Lage ebenfalls behandelt. Insbesondere kam es hier längere Zeit zu Auseinandersetzungen zwischen Adel und Bauerntum, wobei letztgenannte jeweils das schlechtere Los zogen und eigentlich länger als in Kontineltaleuropa vom Adel beherrscht wurden. Die Bildung des Bürgertums sowie die industrielle Entwicklung trat erst später in Erscheinung. Ausführlich kommt auch das dänische Verhalten während der zwei Weltkriege zur Sprache, sowie die spätere politische und soziale Entwicklung.
Das Buch liest sich recht flüssig und gibt einen guten Überblick über die Geschichte Dänemarks. Dabei werden auch die Ursachen für gewisse Ressentiments gegenüber dem südlichen Nachbarn erklärt. Die jüngere Geschichte (nach dem 2. Weltkrieg) kommt m.E. etwas zu kurz weg. Allerdings finde ich den Preis für ein Taschenbuch sehr stolz, scheinbar gibt die Auflage (trotz der vielen Dänemark-Urlauber ?) keinen günstigeren Preis her.
Das schlechteste Buch über Geschichte, was ich je gelesen habe. Es ist kaum strukturiert, reiht Satz an Satz mit Nebensätzen und intellektuellen aufgesetztem Textwording ohne realem Bezug. Jetzt im Jahre 2023 12 Jahre alt und im letzten Teil von der Realität überholt. Kaum Illustrationen, keine Bilder, kaum Zusammenfassung von politischen oder kulturellen Zeitabschnitten. Das Buch ist das Geld nicht wert, was man dafür ausgeben muss. Nicht zu empfehlen.