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Dr. Stefan Hartmann
26.05.2024
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Der Oratorianer Winfried M. Wermter (Aufhausen, Diözese Regensburg) hat übersichtlich und wissenschaftlich fundiert über die bedeutenden bischöflichen Marienweihen in Polen geschrieben und macht seine Forschung in den von Manfred Hauke hrsg. „Mariologischen Studien“ zugänglich. Er spricht vom „goldenen Zeitalter“ (1946-1979) polnischer Marienweihen, das 1979 in Tschenstochau auf dem „hellen Berg“ (Jasna Góra) durch die Marienweihe des polnischen Papstes Karol Wojtyła/Johannes Paul II. gekrönt wurde. Dieser hatte als sein Bischofsmotto das marianische „Totus tuus“ des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort. Die polnischen Bischöfe und der polnische Papst blieben aber nicht bei der individuellen Marienweihe stehen, sondern öffneten diese in Anknüpfung an König Kasimirs Weihe in der Jesuitenkirche von Lwów/Lwiw/Lemberg von 1656, die Maria zur Königin Polens ausrief, in pastoraler Verantwortung für das ganze Land und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, auf dem Papst Paul VI. den von Polen gewünschten Marientitel „Mutter der Kirche“ verkündete, für die ganze Kirche und den ganzen Weltkreis. Den Anfang machte kurz nach den Schrecken des Krieges 1946 Primas Kardinal August Hlond mit der „Weihe Polens an das Unbefleckte Herz Mariens“ und knüpfte damit an Initiativen Papst Pius‘ XII. an. Sein Nachfolger als Primas, der inzwischen seliggesprochene Kardinal Stefan Wyszynski, erneuerte diese Weihe nach seiner Freilassung aus dreijähriger kommunistischer Haft in Erinnerung an das 300-jährige Jubiläum der Weihe König Kasimirs im Hinblick auf die Tausendjahrfeier der Taufe Polens 1966. Bei dieser kam es zu einer Hingabe des polnischen Volkes in die „Knechtschaft Mariens“, die nicht nur durch Maria zu Jesus führt, sondern auch durch Jesus zu Maria. „Der freieste Mensch ist jener, der restlos hingegeben ist“ (Karol Wojtyła). 1971 weiten die polnischen Bischöfe dieses Bündnis aus zur „Weltweihe an Maria durch Polen“, die dann in die als „Sieg Marias“ gesehene Wahl des Krakauer Erzbischofs zum römischen Papst mündete.Das Buch Wermters beginnt mit dem Kapitel „Geschichte und Bedeutung der Weihe an Maria“ und ist historisch materialreich, bei aller Emotionalität des auf die Mutterschaft Marias konzentrierten Betens und Denkens sachorientiert. Beigefügt sind im Dokumentenanhang die Weihetexte in Originalsprache und meist erstmaliger deutscher Übersetzung. Das Buch ist unentbehrlich zum Verständnis des Pontifikats und der Person des hl. Johannes Pauls II. (1978-2005).