Eine Wiederholung des im Holocaust Geschehenen zu verhindern - das ist eine Konstante
erinnerungskulturellen Selbstverständnisses. Doch wurde vonseiten der deutschsprachigen
Philosophie tatsächlich alles in ihrer Macht Stehende dafür getan? Während in Frankreich die
Möglichkeit eines Denkens nach Auschwitz diskutiert und in den USA die Frage nach einem
philosophischen Beitrag zu den ¿Holocaust Studies¿ gestellt wird fokussiert Philosophie in
Deutschland vorrangig andere Themen. Susanne Möbuß' dritter Band zur Erinnerungsethik stellt
sich der Herausforderung und diskutiert das Denken nach dem Traditionsbruch. Nie zuvor stand
das philosophische Argumentieren vor einer derartigen Aufgabe. Das Konzept memorialer Ethik
zeigt sich als Ausdruck post-genozitären Denkens.