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Prof. i.R. Dr. Klaus Adolphi
19.06.2024
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Aufbau und Inhalt des Buches sind bereits genau von einem weiteren Rezensenten beschrieben worden. Was könnte man da noch hinzufügen, ohne die „Kniffe“ der Pflanzen zu verraten?Beim Lesen des Buches hat auch der jetzige Rezensent einiges erfahren, dass er vorher bei seinen Untersuchungen an Pflanzen nicht bemerkt hat. Aber genauso erfreulich waren Reminiszenzen an Erlebnisse, als man zunächst Unerklärliches an Pflanzen gesehen oder erklärt bekommen hat. Dazu folgen einige Beispiele:Unverhofft stand der Rezensent in Pisa am Grabe des Mathematikers Fibonacci. Die Gedanken führen unvermeidlich zur Frage, wie Rosettenpflanzen die Anordnung ihrer Blätter bewerkstelligen, so dass diese sich gegenseitig möglichst wenig beschatten. Im Buch findet man die Erklärung am Beispiel des Wegerichs.Großes Erstaunen rief hervor, als eine Exkursionteilnehmerin die Blütenkörbe des Topinamburs beschnupperte. Was sie entdeckte, wusste niemand von vielen Botanikern, die der Rezensent dazu später befragte. Aber lesen Sie selbst…Zum Botaniker Sprengel führt das Vergissmeinnicht. Diese unscheinbare Pflanze (wie auch manche anderen) besitzt eine Blüteneigenschaft, welche die genaue Zielführung bestäubender Insekten begünstigt. Was mag das sein?In den nicht seltenen Gallen an Rosen lebt die Larve eines Insektes. Die Geduld eines Freundes, der die Larven in einer aufgeschnittenen Galle tagelang beobachtete, ermöglichte es, dass der Rezensent das aus der Puppe geschlüpfte adulte Insekt zu Gesicht bekam.Die Blütenstiele des Zimbelkrautes ragen aus Felsspalten und Mauerfugen deutlich heraus. Aus der Blüte wird schließlich die Frucht mit den Samen im Innern. Wie gelangen die Samen wieder in Mauerfugen, statt auf den Boden davor zu fallen?Solche und viele weitere Beispiele führt das Buch in kurzweilig geschriebenen Texten auf. Ich kann es als lehrreiche und unterhaltsame Lektüre nur nachdrücklich empfehlen.Gibt es auch Nachteiliges zu sagen? Fast gar nichts. Doppelseite 162/163 zeigte als Auftakt ein Bild einer Eibe zum Thema „Früchte“. So schön das Bild auch ist. Als Nacktsamer bildet die Eibe keine Früchte, sondern Samen mit einem roten Samenmantel.
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Prof. Dr. Dietmar Kalusche, Bietigheim-Bissingen
19.06.2024
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Hinter dem Titel "88 verblüffende Pflanzen" von Bruno P. Kremer aus dem Ulmer Verlag könnte man höchst exotische Pflanzen vermuten. Falsch. Es sind Altbekannte aus der heimischen Flora, an denen der Autor jedoch höchst verblüffende Phänomene aufzeigt, die selbst Fachleuten nicht immer gleich präsent sind. Das Buch ist entlang der Grundorgane einer Pflanze (Wurzel, Stängel, Blatt) nebst Blüte und Früchten gegliedert. So gerät das Buch nicht zu einer beliebigen Aneinanderreihung von Kuriositäten, sondern vermittelt solides Wissen strukturiert auf höchst amüsante Weise.Viele einheimische Arten haben erstaunliche Eigenschaften, die man erst bei näherem Hinsehen erkennt, oder, wenn man das nötige Hintergrund Wissen hat. Genau das vermittelt das Buch von Bruno P. Kremer mit seinen unterhaltsamen und kurzweiligen Texten, die dennoch stets fachlich korrekt sind. So führt das Buch in vorzüglicher Weise Laien in die Botanik ein und zeigt Profis, wie man Objekte interessant vermitteln kann.Wie der Titel schon sagt, stellt der Autor anhand von 88 Pflanzen, die alle in großformatigen, äußerst ästhetischen Fotos vorgestellt werden, Besonderheiten der Wurzel, des Stängels, der Blätter sowie der Blüten und deren Früchten mit Samen vor, die bei den einzelnen Arten besonders hervorstechen. Auf diese Weise erfährt der Leser so nebenbei auch viel allgemeingültiges Wissen über das Pflanzenleben.Das Buch brilliert neben den fachlichen Inhalten mit seiner sprachlichen Gestaltung, die das Lesen zum Vergnügen macht. Allein die Untertitel bei den einzelnen Pflanzennamen lassen einen oftmals schmunzeln und wecken sofort die Neugier (die nicht enttäuscht wird). Das Buch kann allen empfohlen werden, die mehr über unsere einheimischen Pflanzen erfahren und mit anderen teilen möchten. Deshalb eignet sich auch vorzüglich als Geschenk, zumal es prächtig ausgestattet ist.
Das verblüffende an diesem Buch ist, dass man praktisch keine Pflanze darin findet, die man nicht kennt. Jeder Pflanzenliebhaber, der sich für die heimische Flora interessiert, wird zumindest den Pflanzennamen aller beschriebenen Pflanzen kennen. Was die meisten Leser vermutlich aber nicht wissen, das sind die vielen kleinen Besonderheiten, Merkmale oder verblüffende Eigenheiten die sich jeweils um diese Pflanzen ranken und sehr liebevoll recherchiert wurden. Zu jeder Pflanzenbeschreibung gibt es eine sehr gute Abbildung.Die Texte sind wunderschön zu lesen und stecken voller interessanter Informationen aus der Botanik, die dem Leser in teils humorvoller oder lustiger Weise sehr verständlich vermittelt werden. Aus dieser Sicht ist dieses hübsche Buch nicht nur sehr informativ, sondern auf gleiche Weise auch sehr unterhaltsam. Es liest sich ähnlich einem guten Krimi, bei dem man einfach weiterlesen muss.Der Autor hat auf eine geschickte Weise das Buch in unterschiedliche Kapitel aufgeteilt, die dem Buch eine gute Struktur verleihen. So beginnt er mit Beschreibungen der Wurzeln und lässt das Buch mit bewundernswerten Blüten und faszinierenden Früchten enden.Einziger, schwerwiegender Nachteil an diesem tollen Werk ist die Tatsache, dass es zu dünn ist. Es macht wirklich Lust auf „mehr“ und somit wäre es schön, wenn es eine Fortsetzung zu diesem wirklich schönen Buch geben würde.Das Buch ist für jeden Pflanzenfreund geeignet, der sein Wissen über Pflanzen erweitern möchte.