Dieses wunderbare Werk bildet den Abschlussband der Reihe über "Die Vögel Baden-Württembergs". Es handelt sich hier wohl um ein Jahrhundertwerk, das seinesgleichen sucht.Am Beginn steht ein Vorwort, das schlaglichtartig die besondere, oft ambivalente Beziehung des Menschen zu den Vögeln, insbesondere den Greifvögeln, beleuchtet - von Furcht über Achtung und Bewunderung bis zu Neid und Hass reichen die Empfindungen. Lange Zeit wurde Greifvögeln entweder aus reiner Jagd- und Trophäenlust nachgestellt (bis heute) oder weil sie als Schädlinge und Räuber von Nutztieren angesehen wurden. Auch die gegenwärtige Gefährdung durch Lebensraumverluste, Umweltgifte und Störungen werden zur Sprache gebracht. Die Geschichte der Ornithologie in Baden-Württemberg wird ebenso kurz angerissen wie die Entstehung der Buchreihe.In einem umfangreichen Kapitel wird den unzähligen Mitarbeitern an dem Gesamtprojekt und den Autoren des vorliegenden Buchs gedankt. Etwas anstrengend zu lesen, aber doch auch sehr erheiterlich ist das in schwäbischer Mundart verfasste Kapitel über die Mitwirkenden und ihren Anteil am Projekt.Insgesamt werden im Artenkapitel 44 Greifvogel- und Falkenarten vorgestellt. Das sind fast doppelt so viele Arten, wie Greifvogelarten in Deutschland als Brutvögel nachgewiesen sind. Warum also so viele Arten? Weil jede Art, die irgendwann einmal nachgewiesen wurde, aufgenommen wurde. Darunter sind dann nicht nur Durchzügler, sondern auch Ausnahmeerscheinungen und Irrgäste, ausgestorbene Arten (z. B. Steinadler, Würgfalke oder Gänsegeier), Gefangenschaftsflüchtlinge und ausgesetzte Arten. Zum Teil handelt es sich um historische Berichte, anhand derer ein Auftreten der entsprechenden Spezies belegt werden kann. Ob diese Kapitel speziell aus Sicht des Artenschutzes heute von Belang sind, wage ich zu bezweifeln. Es ist wohl an dieser Stelle eher ein Hang zur Dokumentation der Vollständigkeit der Datenerfassung zu erkennen, als ein praktischer Nutzen. Aber trotzdem sind diese Informationen recht interessant.Die Artenkapitel befassen sich zunächst mit einer kurzen Übersicht zum Status, zu aktuellen Vorkommen, zum rechtlichen Status der Art und zur Einstufung in die Rote Liste. Es folgen ausführliche Erläuterungen zur Taxonomie, zur Nomenklatur, zum Brutareal, zu ehemaligen Brutvorkommen, zum Brutbestand und zur Bestandsentwicklung. Des Weiteren werden Habitat, Fortpflanzung und Jungenaufzucht, jahreszeitliches Auftreten, Wanderungen und Überwinterungsgebiete, Häufigkeit, Gefährdung und notwendige Schutzmaßnahmen geschildert.Die Artenkapitel haben sehr unterschiedlichen Umfang. Manche erstrecken sich nur auf wenige Sätze, wenn es z. B. nur um die Bewertung von historischen Berichten oder um eingeführte Arten handelt (Weißkopf-Seeadler), manche umfassen bis zu 47 Seiten (Wanderfalke). In der Regel sind die Texte immer sehr ausführlich und detailliert, gut verständlich geschrieben, sorgfältig recherchiert und mit vielen Zitaten belegt. Eine Vielzahl von hervorragenden Fotos zeigen die beschriebenen Vögel jeweils in unterschiedlichen Lebenslagen. Die Fülle an Daten und Informationen, die zahlreichen Fotos, Zeichnungen und Grafiken machen das Buch zu einem ganz wertvollen Werkzeug für den Artenschutz.Die Verbreitung wird in sehr detaillierten, großen und aussagekräftigen Karten für verschiedene Zeiträume dokumentiert. Außerdem findet man jeweils eine Karte der Verbreitung sowie eine Karte der Bestandsentwicklung in Europa. Höhenrasterkarten veranschaulichen die vertikale Verbreitung, und auch das jahreszeitliche Auftreten wird in Diagrammen sehr detailliert abgebildet.Am Schluss des Buchs stehen ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis und ein Register.Das Buch ist aus meiner Sicht jeder und jedem zu empfehlen, die oder der sich für die Greifvögel (und hier sage ich ganz bewusst: Europas) interessiert. Auch dieses Buch ist - wie die ganze Reihe zur Flora und Fauna Baden-Württembergs - ein höchst beeindruckendes Grundlagenwerk mit großer Fülle an Wissen und detaillierten Informationen zu den Greifvögeln. Das Buch ist gut und verständlich geschrieben und sinnvoll gegliedert für den direkten Vergleich verschiedener Arten. Es ist für "Laien" und für Fachleute, Biologen, Planer, Ökologen und Artenschützer in Behörden, Institutionen und Büros gleichermaßen eine höchst wertvolle und weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bedeutende Sammlung des gesammelten Wissens zu dieser faszinierenden Tiergruppe. Hoffentlich können die vielen hier zusammengetragenen Erkenntnisse dazu beitragen, dass die Greifvögel und Falken in ihrem Bestand gesichert und entwickelt werden können und ihre Bedrohung abnimmt, so dass ihre Vielfalt und Schönheit erhalten bleibt, auch zukünftige Generationen sich an den wunderbaren und interessanten Arten noch erfreuen können und diese ihre Funktionen in einem ausgeglichenen und intakten Naturhaushalt erfüllen können.Für ein solches Buch müsste es eine separate Bewertungskategorie geben. Ich kann vorerst leider nicht mehr als 5 Sterne vergeben!
Auch das dritte Buch ist wieder ein MUSS für jeden Ornithologen, auch außerhalb von Baden-Württemberg! Ich habe noch nie so genaue Angaben zu Vögeln gelesen, wie in diesen Bildbänden (es gibt fünf davon zu den unterschiedlichen Ordnungen). Lange habe ich nach solchen Werken gesucht, wo alles fundiert nachzulesen ist. Es beschreibt zwar in erster Linie die Avifauna Bad.-Württ., aber zusätzlich auch europaweit und teilweise weltweit.Aber auch für all jene, die sich für das Leben der Vögel interessieren. Sowie für Fotografen, die gezielt eine Vogelart fotografieren wollen und deshalb wissen wollen, wo und wie der Vogel lebt.Das ist der 3. Band von insgesamt 7 herausragenden Werken. Dieses Werk Nicht-Singvögel 1.3 befasst sich mit der wunderbaren Welt der Greifvögel. Angefangen von den Adlern, Geiern, Bussarden, Weihen, Falken, bis hin zu Gleitaar, Habicht, Sperber, Milan und Merlin. Ergänzt mit jeweils einem schönen Foto des Vogels und teilweise auch seines Lebensraumes und des Nestes. Wo sich das Weibchen vom Männchen unterscheidet, sind beide abgebildet.Im ersten Werk Nicht-Singvögel 1.1, sind Nandus, alle Taucher, Sturmvögel, Sturmschwalben, Tölpel, Kormorane, Schlangenhalsvögel, Pelikane, Reiher, Störche, Störche, Ibisse und Löffler sowie die Flamingos drinnen. Darin sind nur Zeichnungen vom Lebensraum und ein paar Habitatfotos.Im zweiten Werk Nicht-Singvögel 1.2 geht es um Gänse, Schwäne, Enten und Säger.SteckbriefUnd wieder gibt es ausführliche Steckbriefe. Der Wanderfalke braucht zum Beispiel 46 Seiten für sich. Zum deutschen und englischen Namen gibts auch den wissenschaftlichen Namen und eine Übersicht am Anfang. Diese gibt kurz Aufschluss über Status des Vorkommens, Brutbestand, Zugbewegungen, Prognose, rechtlicher Status, Schutz und Gefährdungsstatus.Danach kommen ausführliche Angaben zu Taxonomie, Nomenklatur, Brutareal (weltweites Vorkommen mit einer Verbreitungskarte). Ausführliche Verbreitungskarten über Brutverbreitung und Brutkolonien in Bad-Württ., sowie Subspezies, Brutbestand und Bestandsentwicklung. Diese ist nicht nur textlich angeführt, sondern ebenfalls in tabellarischer Form und auch als Diagramme und Histogramme.Gefolgt von den Themen Habitat, welches auch in einer Federzeichnung wunderschön dargestellt wird und Siedlungsdichte.Die Fortpflanzung ist genau aufgeschlüsselt in Ankunft am Brutplatz, Revierbesetzung, Neststandort, Nestbau, Gelegegröße, Brutdauer, Schlüpftermine, Nestlingszeit. Auch Führungszeit im Familienverband, Jahresbruten, Ende der Brutperiode und Bruterfolg sind sehr ausführlich beschrieben.Mit jahreszeitlichem Auftreten, Wanderungen und Überwinterungsgebiet geht es weiter, die wiederum in Heimzug, Wegzug, Überwinterungsgebiet und Zugwege unterteilt sind.Nahrung ist das nächste Thema. Gefolgt von der Zusammenfassung von Jahreszyklen. Mit Gefährdungsursachen und Schutzmaßnahmen wird der Steckbrief vollendet. Abschließend noch Hinweise zu Literatur über Feldkennzeichen.FazitAuch wenn die Bestände in den letzten Jahren sicherlich noch weiter abgenommen haben, einige Angaben zum Gefährdungsstatus vielleicht nicht mehr stimmig sind, die Steckbriefe werden sich nicht wirklich verändern. Auch wenn sich jedes Lebewesen den neuen Lebensbedingungen mehr oder weniger anpassen wird.So viel Mühe von Jochen Hölzinger und Hans-Günther Bauer und von Hunderten von Menschen, so viel Zeit und Enthusiasmus in diesem Buch, der Buchreihe steckt, macht es zu einem unschätzbaren Meisterwerk. So viele Daten, die da gesammelt wurden, ein schier unglaublicher Aufwand. Diese ausführlichen Informationen sind sehr kostbar. Das darf in keiner Bibliothek fehlen, bei jenen, die mehr als den normalen Standart über Vögel wissen wollen.