Interne Untersuchungen sind ein zentraler Bestandteil von Compliance und zur Aufklärung von
Rechtsverstößen in Unternehmen etabliert. In den vergangenen Jahren gab es verschiedene
Gesetzesvorschläge um rechtliche Vorgaben für die Durchführung interner Untersuchungen zu
schaffen. Hierzu zählt auch der gescheiterte Regierungsentwurf zum Verbandssanktionengesetz
der die bislang letzte gesetzgeberische Initiative zur Regelung interner Untersuchungen
darstellt. Die Spannungsfelder zwischen den an internen Untersuchungen beteiligten Parteien wie
Arbeitnehmern Arbeitgebern und Strafverfolgungsbehörden bleiben damit weiterhin bestehen. In
diesem Werk werden aktuelle sowie zentrale Rechtsfragen analysiert die im Zusammenhang mit
internen Untersuchungen unweigerlich auftreten. Dazu zählt insbesondere die Auskunftspflicht
von Arbeitnehmern und inwieweit diese zur Selbstbelastung verpflichtet sind. Inwieweit
Beweisverwertungsverbote Anwendung finden und ob Unterlagen aus internen Untersuchungen
beschlagnahmt werden dürfen wird ebenfalls beleuchtet. Basierend auf den dargestellten
Herausforderungen nach dem aktuellen Recht werden Gesetzesvorschläge aus den Vorjahren
analysiert und eigene Vorschläge für eine gesetzliche Regelung von internen Untersuchungen mit
dem Ziel entwickelt eine rechtssichere und transparente Ausgestaltung sicherzustellen. Hierzu
wird vermehrt auf die sog. Family Business Governance gesetzt welche gesetzlich keine
Verankerung findet und im Rahmen der Ausführungen des Werkes näher beleuchtet wird. Dabei
werden vor allem die Unterschiede zwischen Familienunternehmen und nicht-familiengeführten
Unternehmen erläutert und Handlungsoptionen für Familienunternehmen zur Bewältigung des
Konfliktpotenzials aufgezeigt. Anders als die Governance-Richtlinien stehen die
Compliance-Pflichten der jeweiligen Organe nicht zur Disposition sondern werden gesetzlich in
der hier in den Fokus genommenen GmbH von § 43 Abs. 1 GmbHG vorausgesetzt. Auch hier ergeben
sich für Familienunternehmen spezifische Compliance-Risiken die im Rahmen der Ausführungen
betrachtet werden. Der Mensch als größter Risiko-Faktor stellt gleichzeitig das größte
Potenzial für den Unternehmenserfolg dar. Daher zeigt das Werk insbesondere
Handlungsempfehlungen auf um zu einer interessensgerechten Umsetzung zu gelangen.