Ich habe mich schon immer für Bücher interessiert, die es vermögen, einem eine neue Sichtweise zu schenken.Ich selbst bin Führungskraft, die, wie wahrscheinlich die meisten, immer stärker mit dem Thema "Wie fördere ich Innovation und Out of the Box-Denken" im eigenen Arbeitsumfeld umzugehen hat.In diesem Buch wird sehr schön beschrieben, dass es nicht nur darum geht, entsprechende Ressourcen aufzubauen und Freidenker einzustellen und in bestehende Strukturen einzubinden, die das Geschäft entwickeln, sondern dass es wichtig ist - und auch vor allem wie es möglich ist - in einem traditionellen(!) Unternehmen mit bestehenden/veralteten (Denk)Strukturen ein neues Denken und aktives Umdenken und Handeln möglich zu machen.Für mein Empfinden ist dieses Buch sowohl für kleinere als auch für große Unternehmen gleichermaßen geeignet, da es sehr stark auf die grundsätzliche Einstellung der Mitarbeiter und des Managements abzielt - und wie heute Unternehmensführer den Nährboden für unternehmerisches Handeln in Zeiten digitaler Veränderung und extremer Beschleunigung fördern können.Von daher kann ich dieses Buch nur wärmstens jedem ans Herz legen, der Fragezeichen hat, wie er in seinem Verantwortungsbereich erfolgreiche digitale Strukturen und Voraussetzungen für Innovationserfolge schaffen kann, um sein Unternehmen bzw. seinen Verantwortungsbereich fit für die Zukunft zu machen.Das Buch ist durchaus kompakt ( ich tue mich persönlich sehr schwer, Riesenwälzer überhaupt lesen zu wollen) und schafft es durch viele bildhafte Veranschaulichung, auch Lesemuffel wie mich zu motivieren, das Buch relativ schnell durchlesen zu können.Von daher vergebe ich für das Buch die volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung!Ich gebe mir immer viel Mühe mit meinen Rezensionen, damit diese möglichst hilfreich für eine Kaufentscheidung sind. Ich hoffe, dass auch diese Rezension hilfreich für Sie gewesen ist.
★★★★★
Stephan Teuber, Loquenz Unternehmensberatung GmbH
27.11.2024
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The Startup Way: Das Toolkit für das 21. Jahrhundert, mit dem jedes Unternehmen erfolgreich sein kann von Eric RiesNach Lean Startup ein neues Buch von Eric Ries? Da fällt die Entscheidung aufgrund der guten Vorerfahrungen leicht. Also beim Entdecken in der Buchhandlung meiner Wahl sofort eingepackt - und nicht bereut!Dass Eric Ries auf dem Hintergrund seiner umfangreichen Beratungserfahrung das Thema Startup gut und leicht verständlich darstellen kann, hat er mit Lean Startup bereits gezeigt. Mit The Startup Way will der Autor zeigen, wie man einen Innovationsprozess in jedem Unternehmen und jeder Organisation implementieren und zum Erfolg führen kann. Mein Fazit vorweg: es ist ihm gelungen!Die fehlende Hälfte zum Toyota-ProduktionssystemIn Ergänzung zum Toyota-Produktionssystem (in hoher Qualität zu optimalen Kosten zu produzieren), gelingt es Ries sehr schön darzustellen, wie man am besten herausfinden kann, was eigentlich produziert werden sollte. Geht es um die Realisierung von Ideen, die in der Mitarbeiterschaft oder der Entwicklungsabteilung entstanden sind? Oder geht es um tatsächliche Kundenbedürfnisse? Und wenn es um Kundenbedürfnisse geht, wie kläre ich diese durch rasche und kostengünstige Iterationen so, dass auch wirklich das für das Kundenbedürfnis passende entwickelt wird. Nicht mehr und nicht weniger!Geschwindigkeit als Selbstzweck?Wer viel mit Startups zu tun hat, hat häufig mit Gegenüber zu tun, die von hoher Geschwindigkeit bis hin zur Hektik geprägt sind. Im Kapitel 4 "Lektionen vom Lean Startup" wird verständlich, wofür diese hohe Iterationsgeschwindigkeit zielführend ist. Es geht darum, durch schnelle Kundenfeedbacks keine unnötigen Entwicklungsaufwendungen zu treiben. Immer nach der Devise: lieber zu früh mit einer ausprobierbaren Produktversion mit dem Kunden im Gespräch zu sein, als zu spät. Das bedeutet jedoch kein naives Herumprobieren, sondern ist immer als klares Lernexperiment gestaltet. D.h. zuerst eine eindeutige Hpyothese formulieren, diese im Feld austesten, um anschließend die Hypothese zu verwerfen oder zu bestätigen und damit weiterzuentwickeln. Ries nennt dies den "Bauen-Messen-Lernen-Zyklus".Von Klein nach GroßNachdem Ries in den ersten Kapiteln die Grundzüge der Startup-Denke dargestellt hat, geht in den weiteren 200 Seiten darum, wie ich diese Denke auch in großen Organisationen (z.B. Behörden oder GE) realisiere. Sein Tipp: erst das gut strukturierte Managementsystem, dann eine kritische Masse bilden um dann zu skalieren. Sobald das Gelungen ist, geht es darum, diese Startup-Denke in ein tiefverwurzeltes System zu überführen. Seine Überlegungen zu einer Innovationsbilanz schließen diesen Teil ab.Zum Ende des Buches weitet Ries den Blick auf eine Theorie des Unternehmenrtums bis hin zu einer pro-unternehmerischen öffentlichen Ordnung. In seinem Nachwort taucht die Zwischenüberschrift "Eine neue Zivilreligion" auf. Hier bin ich schon heute auf sein nächstes Werk gespannt! Ich stimme Ries zu, dass es auch einen ordnungspolitischen Rahmen benötigt, der diese Startup-Mentalität fördert. Doch sind seine abschließenden 40 Seiten hier eher als eine erste Skizze zu verstehen, die einer breiteren Aufarbeitung wert wären.Auf jeden Fall ist das Buch bis zum letzten Satz lesenswert!
Habe mich schon sehr auf das Buch gefreut. Wurde in der deutschen Version leider sehr enttäuscht. Das Buch ist voll von "Typos"/Rechtschreibfehlern und anderen Fehlern wie doppelte Wörter hintereinander, was einen immer wieder aus dem Lesefluss reißt und ärgert. Ein Lektorat hat man sich hier wohl gespart.Die Übersetzung fand ich auch sehr übel. Die ganzen englischen Standard-Startup-Phrasen die auch im deutschsprachigen Raum jeder so benutzt wurden zwanghaft ins Deutsche übersetzt.Inhaltlich ist mir das Buch zu langatmig, hatte ständig das Gefühl leere Phrasen zu lesen ohne wirklich etwas zu lernen. Gerade das erste Kapitel wirkt eher wie eine Sammlung von Notizen. Unsympathisch war mir auch die ständige Selbstbeweihräucherung von Eric Ries.Die Essenz des Buches ist dennoch sehr gut, hätte aber sehr viel besser (und weniger zwanghaft gestreckt) umgesetzt werden können.Was der Autor vermitteln wollte: 4/5Wie er es vermittelt hat: 2/5Übersetzung und Lektorat: 1/5Gesamtbewertung: 2/5