Ich habe das Buch als Vorbereitung für die mündliche Prüfung gekauft.Insgesamt umreißt das Werk alle relevanten Probleme des Individualarbeitsrechts, insbesondere ordentliche und außerordentliche Kündigung in Verbindung mit Fragen des Kündigungschutzgesetzes , innerbetrieblicher Schadensausgleich, AGG, Probezeit, Befristung, Urlaubsanspruch, Lohnzahlung, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall usw. Auch Fragen des Kollektivarbeitsrechts werden umrissen (BetrVG, TVG). Für den Referendar besonders wichtig sind insbesondere die Darstellungen zu den prozessualen Besonderheiten vor den Arbeitsgerichten.Die Lösungsskizzen sind gut gelungen. Hervorzuheben ist, dass die Lösungen jeden Schritt von der Einleitung über den Sachverhalt bis zur materiell rechtlichen Lösung darlegen- dies ist im Vergleich zu den offiziell vom LJPA freigegebenen Aktenvorträgen ein großer Vorteil, da diese jedenfalls nur auszugsweise eine Lösung bieten. Ebenfalls sehr hilfreich sind die zu jedem Fall nochmal separat aufgearbeiteten Schwerpunkte des Falls mit Literaturtipps zur vertieften Vorbereitung.Negativ fällt dagegen die Länge der Aktenauszüge auf, da diese deutlich kürzer sind als in der Prüfung zu erwarten ist. Die Leistung, auch irrelevante Informationen zu filtern und nur Relevantes in die Sachverhaltsskizze aufzunehmen, wird damit größtenteils abgenommen. Andernsfalls wäre es jedoch auch kaum möglich, 10 Aktenvorträge auf gerade mal 125 Seiten zu packen. Ebenfalls negativ fällt aus, dass die Lösungen teilweise über Zitierfehler der Normen verfügen (einen § 13 Abs. 4 KschG gibt es gar nicht!). Zudem sollte beachtet werden, dass aktuellste Neuerungen,insbesondere zum Mindestlohngesetz, aufgrund des Auflagejahrs natürlich noch nicht eingearbeitet sind.Insgesamt ein hilfreicher Begleiter für die mündliche Prüfung und durchaus zu empfehlen.
Grundsätzlich finde ich das Buch sehr gut für die Vorbereitung. Jedoch sind teilweise einige Fehler enthalten, die einen auch verwirren können.Einmal steht oben beim Versäumnisurteil das Datum 24.08.2020. Beim Infokasten unten ist dann vom 21.08.2020 die Rede?Dann legt der Beklagte am Montag Einspruch ein (was ich auf meinem Handy Kalender nachschauen musste, da kein Kalender abgedruckt ist) und die Frist lief Samstag ab. Da macht man natürlich ein kleines Fass auf und zitiert § 193 BGB. In der Lösung ist plötzlich davon die Rede, der Einspruch wäre bereits drei Tage vorher (und damit Freitag) eingegangen und es wird kein Problem aufgemacht.Bei einem anderen Fall ist Beklagter eine natürliche Person mit Firma. In der Lösung wird § 17 ZPO für die örtliche Zuständigkeit zitiert. Bei den anschließenden Hinweisen wird erläutert wieso es wichtig war § 21 ZPO zu zitieren. Ausserdem steht in der Lösung § 13 III, IV 1 KSchG in Bezug auf die dreiwöchige Klagefrist. Abgesehen davon, dass sich § 13 KSchG nicht damit beschäftigt, existieren die Absätze gar nicht!Solche Fehler verunsichern und verwirren. Sie sind aus reiner Flüchtigkeit entstanden, ich finde das sehr schade.Mindert leider den Lerneffekt, weil man teilweise nicht weiß was jetzt richtig ist. Es gibt noch mehr Beispiele von Fehlern, die ich aufzählen könnte…
Habe das Buch als Übung für meinen Aktenvortrag gekauft. Für einen grob Überblick sicher nicht schlecht. Mir jedoch hat gar nicht gefallen, dass die Sachverhaltsauszüge viel zu kurz waren und so ein Einordnen in die einstündige Vorbereitungszeit und 12 minütige Vortragszeit nicht möglich war.Auch sind mir häufige Fehler aufgefallen, so dass im ausgeschriebenen Sachverhalt Dinge berichtet werden, die im Aktenstück nicht enthalten sind. Besonders in Fall 4.Ebenfalls wäre es hilfreich, einen Kalender an den Sachverhalt zu hängen, damit man eine Kündigungsfrist auch vernünftig berechnen kann.Mangels vernünftiger Alternativen dennoch im Moment wohl das Beste für den Vortrag im Arbeitsrecht.Viel Erfolg in der mündlichen Prüfung.