Ich hatte mich erst kürzlich mit dem Thema "Verletzlichkeit" (Brene Brown) beschäftigt und blätterte nun durch diesen Buchtitel. Erneut stieß ich auf das Thema. Morra Aarons-Mele hat ihre eigenen Erfahrungen und positiven Bewältigungen zum Thema Furcht / Angst / Verletzlichkeit im Führungsjob geteilt. Herausgekommen ist ein anschauliches Buch, welches einlädt, dieses offene Geheimnis salonfähig zu machen. Immerhin wird eine Studie erwähnt, nach bis zu 80 % der Menschen einmal im Leben unter einer diagnostizierbaren psychischen Inbalance leiden. also gehören derartige Störungen zum menschlichen Keben dazu. Und unter Führungspersonen ist diese Quote nochmals ausgeprägter. Ein Wunder? Eigentlich nicht. Denn gerade Führungspersönlichkeiten müssen schwerwiegende Entscheidungen treffen, exponiert auftreten, unkonventionelle Positionen vertreten. Ohne dass diese immer von einem kompetenten Gremium als beste Lösung abgewogen wurden. Nein, Führungskräfte müssen auch spontan Position einnehmen. Und werden wie jeder andere Mensch hinterher mit Unsicherheiten geflutet. Die einen stecken das besser weg, andere weniger. Also kommt es auch zu ungesunden Kompensationsversuchen, wenn dieses Thema der Unsicherheit, Furcht, Ängste, Scham und Verletzlichkeit keinen Ort findet. Kein Ohr und kein anderes Herz.Doch dieses Biuch lädt ein, mehr Normalität im Umgang mit der Furcht zu finden. Die eigenen Angstmuster zu entdecken und auch Gegenmittel zu erkunden. Übung, Übung, Übung gehört allerdings auch hier dazu. Und ggf. professionelle Hilfe.Doch wer sich drantraut und nicht verdrängt, der oder die gewinnt neue Stärke, Einfühlungsvermögen und macht die Furcht zum Juwel. Sie finden hier im Buch Beispiele hilfreicher und nicht hilfreicher Umgangsformen. Stöbern Sie einmal durch. Das sogenannte Hochstaplersymptom z.B. treibt uns immer weiter an, weil wir irgendwann einmal gelernt haben, intellektuell womöglich nicht ausreichend aufgestellt zu sein. Erinnern wir uns an ungeschickte Einflüsse während der Schulzeit, steht da sicherlich Beschämung mit auf der Liste. Es wird deutlich, wie wenig produktiv das ist.In einer sich wandelnden Zeit sind viele kreative Lösungen und Experimente nötig. Wenn Menschen sich jedoch fürchten, unkonventionelle Lösungsideen kund zu tun, da sie in der Tiefe zu unsicher sind, geht uns viel Gut verloren. Daher, lernen wir Furcht als Freund zu gewinnen, gut abzuwägen und keine zu riskanten Entscheidungen zu fällen, aber doch mutig genug neue Wege zu gehen. Hilfe bietet dabei dieses Buch. Möge es irgendwann ganz ohne Tabu in die Bibliothek aller Führungsverantwortlichen stehen.