Das Fallbuch BIP ist in 11 Kapitel gegliedert mit ca. 200 Seiten. Die Kapitel sind von ingesamt 14 Autoren verfasst.Für einen ersten Kontakt mit dem Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung ist dies ein sehr hiflreicher Einstieg, mit dem klar wird, was auf einen zukommt, wenn sich im Arbeitsleben die Personalabteilung dieser Persönlichkeitsdiagnostik bedient.Die ersten beiden Kapitel sind eine Einführung in die Anwendungsfelder, Testdurchführung und Interpretation der Ergebnisse. Soll zur eigenen Person ein Test ausgefüllt werden, so ergibt sich Selbstbild gegliedert in typischerweise 14 Reliabilitätswerten. Zu beachten ist hierbei, dass die gestellten Fragen untereinander korreliert werden, um Konsistenzchecks zu ermöglichen (Achtung: Hier kann der Betrugsvorwurf schnell im Raum stehen!)Die Kapitel folgenden 9 Kapitel enthalten Praxisbeispiele und vertiefen das Verständnis zum BIP. Allerdings erfährt man nichts substantiell neues, wenn auch verschiedene neue Spielarten der Tests eingeführt werden. So zum Beispiel die Möglichkeit das getestete Selbstbild von Person A mit Tests von anderen Personen zu Aussagen über A zu korrelieren.Die Autoren betonen, dass für eine Persönlichkeitsentwicklung nicht ein einzelner Test genügt, sondern diese mit Maßnahmen wie Schulungen, Workshops, Feedbackgesprächen etc. flankiert werden müssen. Gerade um eine Weiterentwicklung feststellen zu können, sollten die Tests in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.Insgesamt ein sehr ansprechendes und kurzweiliges Buch, welches gut in diese doch eher trockene Materie einführt.
Wer das BIP während des Studiums kennengelernt hat, wird gemerkt haben, dass neben der wissenschaftlichen Fundierung gerade die praktische Ausrichtung des Verfahrens so interessant ist. Dennoch hat man als Anfänger eine gewisse Scheu, die ersten Testauswertungen und vor allem Rückmeldegespräche mit den Teilnehmern zu führen. Es ist ein wenig wie das erste Mal Autofahren, auch wenn die Theorie bestanden wurde.Zwar kann das Handbuch das eigene Fahren nicht abnehmen, es ist aber sehr hilfreich, bei erfahrenen Anwendern Copilot sein zu dürfen. Dabei wird man sicher an der einen oder anderen Stelle die besprochenen Profile anders interpretieren und damit den Experten innerlich vorsichtig widersprechen. Dennoch sind die häufigen Momente, in denen man sich denkt "so hätte ich das auch eingeschätzt" hilfreich, um seine erste Scheu beim Einsatz des Verfahrens zu verlieren.Daher schließt das Buch eine Lücke für den BIP-Interessierten und kann, neben dem Lesen des Testmanuals selbst, eine sehr nützliche Informationsquelle sein.
Eins vorweg: Das Coverfoto geht GAR nicht. Es zeigt einen Haufen Jugendlicher in Business-Outfits mit teilweise fragwürdigen Frisuren. Dies ist ausgerechnet eine der wenigen Zielgruppen für die der BIP-Fragebogen weniger geeignet ist - nicht aufgrund der Frisuren sondern aufgrund der überschaubaren Lebens- und somit auch Berufserfahrung.Trotzdem gibt es von mir fünf Sterne, weil das Buch inhaltlich sehr viel zu bieten hat: ein Interview mit dem Testentwickler Hossiep und wertvolle Einblicke von Praktikern, die dem Leser vielfältige Anwendungsfelder dieses (besten?) deutschen berufsbezogenen Persönlichkeitsfragebogens aufzeigen. Ich arbeite seit einigen Jahren mit dem BIP-Fragebogen - die Lektüre ist inspirierend.Am besten gefällt mir das Kapitel von Herrn Scheer: Interessantes Thema (BIP-Einsatz bei hochbegabten Coachees) und vor allem unterhaltsam geschrieben.Insgesamt geben die dargestellten Fallbeispiele interessante Anregungen zur Interpretation von BIP-Profilen. Das Buch ist für alle BIP-Anwender (und die, die es werden wollen) daher unbedingt zu empfehlen.