»Komme morgen an.« Mehr steht nicht in dem Telegramm mit dem der namenlose Gast seinen Besuch
bei einer Mailänder Industriellenfamilie ankündigt. Es dauert nicht lange und der überirdisch
gut aussehende junge Mann hat der Reihe nach alle - geschlechter- und klassenübergreifend -
verführt: Mutter Vater Tochter Sohn und Dienstmädchen. Der intime Kontakt mit dem göttlichen
Sex und dem heiligen Geist lässt keine und keinen unberührt zurück. Die wohlgeordneten
bürgerlichen Verhältnisse kollabieren die Konsequenzen sind absurd oder politisch
wünschenswert: Sie reichen von sexueller Befreiung über die Kollektivierung der Fabrik bis hin
zur Heiligenexistenz. Im Zusammenspiel von lustvoll-provokantem Ton und scharfer politischer
Reflexion erkundet Pier Paolo Pasolini in dieser Parabel die Krise einer seelenlosen
bürgerlichen Ordnung die dem Chaos menschlicher Bedürfnisse im Zweifel kaum etwas
entgegenzusetzen hat.