"Dear Frederick! Lieber Mohr!" von Klaus Körner ist im wbg Theiss Verlag mit dem Untertitel „Friedrich Engels und Karl Marx in Briefen.“ erschienen.Der Autor Klaus Körner hat aus über 1600 erhaltenen Briefen eine Auswahl getroffen, die tiefe Einblicke in das Leben von Friedrich Engels und Karl Marx geben, von Berichten über den Gesundheitszustand von Kindern und Ehefrau bis hin zu Hinweisen über pikante Affären. Das Buch liefert so eine Chronologie der berühmten Freundschaft.Im Buch können LeserInnen den Briefwechsel von Friedrich Engels und Karl Marx mit detaillierten Kommentaren lesen und bekommen so einen guten Einblick in die Biografie der beiden und die Entstehung des Buches „Das Kapital“. Klassenkampf und Arbeiterbewegung sind wichtige Grundpfeiler der Briefe.Nachdem sich Engels und Marx im Jahr 1844 kennengelernt haben, war ihnen schnell klar, dass sie ähnliche Ansichten zu vielen Themen haben. Beleuchtet wird auch Marx Geldmangel, denn ihm und seiner Familie mangelte es oft am Nötigsten. Engels als Unternehmer in Manchester unterstützte den in London lebenden Autor immer wieder finanziell, um die Arbeit an „Das Kapital“ voranzutreiben. Aber nicht nur der Briefwechsel der beiden bekommt in diesem Buch eine Bühne, auch Engels Grabrede für Marx bekommt ihren Platz und hebt noch einmal die Bedeutung der Freundschaft der beiden hervor.Besonders gut hat mir auch das Literaturverzeichnis am Ende des Buches gefallen, das auf weiterführende Literatur hinweist und mir sicher noch viele Lesestunden bereiten wird. Denn auch heute noch wollen Menschen in erster Linie essen, trinken, wohnen und sich kleiden. So bleibt Karl Marx Meinung weiterhin aktuell und Forderung der Arbeiterbewegung von heute: leistbares Wohnen und Arbeit, von der man gut leben kann.Der kommentierte Briefwechsel lässt die LeserInnen nicht nur an der Entstehung der Werke von Marx und Engels teilhaben, sondern ist auch ein aufschlussreiches Dokument des 19. Jahrhunderts, denn die beiden erwähnen in ihren Briefen auch immer wieder das aktuelle Weltgeschehen. Nur wer Frederick und wer Mohr ist, sollten zukünftige LeserInnen selbst herausfinden. Das Lesen lohnt sich auf alle Fälle!