★★★★★
k.A.
22.05.2026
ean-shopping.de
Intressant!
Wer explizite Beschreibungen von mittelalterlichen Hinrichtungen erwartet liegt hier völlig falsch.Joel F. Harrington versucht die Gedankenwelt von Frantz Schmidt zu ergründen, der damals in Nürnberg tätig war. Der Autor hat gründlich ermittelt und nicht nur die Aufzeichnungen des Frantz Schmidt, sondern auch sämtliche regional verfügbaren Stadt- und Staats-Archive durchforstet und dabei auch Gerichts-Akten der damaligen Zeit gesichtet (Respekt für diese Leistung!). Hierdurch ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild und man erfährt im Buch, wie schlecht der Scharfrichter damals angesehen war, warum er in Nürnberg trotzdem nebenbei als Heiler arbeiten und innerhalb der Stadtmauern (im Bild das Henkerhaus) wohnen durfte.Wer sich hier in Nürnberg schon mal die Lochgefängnisse oder das Henkerhaus angeschaut hat, kann sich direkt plastisch in die damalige Zeit versetzen. Das Buch enthält zudem zeitgenössische Holzschnitte und viele Original-Zitate aus den Aufzeichnungen des Henkers, so dass man sich direkt zurückversetzt fühlt.Dieses Buch ist für Nürnberger auf jeden Fall ein absolute Kaufempfehlung, aber auch ohne Ortskunde durchwegs sehr empfehlenswert.
Dass Mohammed niemals gelebt hat sondern 300 Jahre nach seiner "Geburt" erfunden wurde und niemand weiss, was Jesus Christus predigte und dieser nichts von seiner Religion, dem "christentum" wusste, das ist "Revisionisten" bekannt. Ebenfalls dass das verzogene Bild der Kreuzfahrten und das "dunkle Mittelalter" auf den Kirchenhass der oft gar nicht so aufgeklärten Aufklärung zurückgeht.Nichts in der Geschichte ist so wie man so hört und glaubt, es ist bei genauem Hinsehen sehr viel anders.So war ich eigentlich nicht sonderlich erstaunt, dass das Bild vom sadistischen Henker mit seinem möglichst buckligen Assistenten nicht viel mit der Wirklichkeit zu tun hatte - ist mir doch die Spanische Inquisition bekannt, die in ein enges Regelwerk gezwängt, keineswegs wütete und einen Bruchteil der kursierenden Opfer forderte.Die Zeiten in denen der Scharfrichter Franz lebte, waren grausam und ignorant. So war auch der Strafvollzug-aus unserer Sicht. Das Schwert des Henkers konnte aber auch nach einem verpfuschten Leben die Pforten des Himmels öffnen....Das große Verdienst des Buches ist es, die Vorgänge aus der Zeit heraus zu erklären- und nicht rückblickend aus heutiger Sicht mit heutigem Wissen. So simpel sich das anhört - kaum ein Historiker schafft es aus unterschiedlichen Gründen.Meine persönliche Erkenntnis: Der Scharfrichter damals war kein Blutsäufer sondern ein wichtiges Glied in der Rechtspflege. Jedenfalls der Meister Frantz war es.