Seine Art an Themen heranzugehen ist ja bekannt...eher plakativ und direkt, was erstmal nichts schlechtes ist.Das Buch ist keine Biographie zu Hitler, bringt aber einige neue Fakten und - eine Vielzahl von Interviews von Zeitzeugen, die mit ihren naiven, einfachen Aussagen ein gutes Bild abgeben, wie die Stimmung damals gewesen ist.Leider versucht Knopp Hitler klein zu reden. Keine Angst vor Hitler, das ist der Tenor und das geht natürlich am Thema vorbei. Denn Hitler war nur das Spiegelbild des Landes und seiner Menschen, deren Überzeugungen er in der Politik umgesetzt hat, wenn auch mit seiner eigenen Interpretation und Zuspitzung. Keine Angst vor dem Nationalsozialismus, das würde so schnell keiner unterschreiben.Wenn mich nicht alles täuscht dann hat Knopp viel von J. Fest "übernommen", einige Formulierungen und die Wortwahl kommen mir sehr bekannt vor.Fazit: Die NS-Zeit auf Hitler zu fokussieren hat mich schon immer geärgert, das trifft es einfach nicht. Und Hitler dechiffrieren zu wollen, um damit beruhigt das Thema hinter sich zu lassen: Rassismus, Intoleranz, Unmenschlichkeit, Machtstreben, Angst vor der verändernden Welt und dem Individualismus sind alles hochaktuelle Themen.