Es handelt sich nach meiner Einschätzung um ein solides Standardwerk, das hält, was es verspricht. Ich muss dazu sagen, dass ich es lange nach Abschluss meiner Ausbildung gelesen habe. Dabei hatte ich die vage Idee, mal zu sehen, wie die Grundlagen eigentlich aus meiner neuen Perspektive (mit zeitlicher Distanz und längst im Berufsalltag) aussehen. Ergebnis war, langweilig. Möchte vermuten, das liegt daran, dass das Buch eben für Neulinge ist.
Ein gutes Buch. Gerade auch für mich als Quereinsteiger sehr verständlich geschrieben und an Hand der Beispiele sehr bildlich dargestellt.Aber die Neutralität, gerade bei einem Buch des Rechts, scheint mir nicht gewahrt. Hier nur zwei Beispiele:Gleich in einem der ersten Absätze wird im Zusammenhang mit dem Entstehen des Bürgerlichen Rechtsstaat und der Grundsätze von „Gleichheit und Freiheit“, der ausschlaggebende christliche Gedanke hervorgehoben. Was für ein Hohn der Geschichte! Kein Wort zur Französischen Revolution, die sich auch gegen die Zustände im Christentum richtete, mit der Forderung nach „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Der verklärte christliche Bezug zieht sich leider durch das gesamte Buch, obwohl es die Rechtswissenschaft des säkularen Staates BRD thematisiert. Auch hebt der Autor das Christentum auf exponierte Stelle, insbesondere im Bezug zum Islam und sieht das Christentum als Grundlage des Denkens der Philosophie (maßgebende Wahrheit, auf deren Fundament die Philosophie aufbaut, hier wird Glauben mit Erkenntnis verwechselt) und enthebt sich gleichzeitig von jeder Fehlbarkeit. Das Christentum sollte nicht über dem Recht stehen, genau wie die Scharia nicht Rechtsgrundlage eines laizistischen, mehrheitlich islamischen Staates sein sollte. Man möge sich nur Vorstellen, das Christentum hätte tatsächlich den hier beschriebenen Einfluss auf unser Rechtssytem. Was würde dies in Sachen Glaubensfreiheit und der Gleichberechtigung sowie der Selbstbestimmung der Frau bedeuten?Zweite Beispiel: Auf Seite 10 wird doch tatsächlich das Wettrüsten während des Kalten Krieges als „Verantwortungsethik“ deklariert. Spätestens seit dem Fall der Mauer sollte doch wohl jedem klar sein, dass wir mehr als einmal am Auslöschen der Menschheit sehr knapp vorbeigeschlittert sind. Dieses Waffenpotential ist nicht verschrottet, sondern steht jederzeit zur totalen Auslöschung bereit. Damit wird sogar in der Tagespolitik gedroht. Verantwortungsethik wären Verhandlungen über allseitige Abrüstungsschritte und Schaffung gegenseitigen Vertrauens.Trotz des verständlichen Textes, insbesondere wegen der Niederschrift der persönlichen Wertungen des Autors, kann ich nur 2 Sterne vergeben.