Inhalt sicher gut, Lieferung schnell. ABER: Verschmutzungen (schwarze Fingerspuren) auf Einband und Seiten (schon das zweite Buch, das ich mit Macken erhielt). Ich will das Buch verschenken! BITTE BÜCHER IN ZUKUNFT IN PAPIER EINSCHLAGEN VOR DEM VERSAND!!!
ich habe "epigenetik" von Bernhard Kegel verschlungen und daher auch zu diesem Buch (Kindle Edition) gegriffen.Leider ist hier wahrscheinlich mit heißer Feder gestrickt worden, so dass oftmals nicht klar ist, worauf der Autor eigentlich hinaus will, bzw. man erkennt den Wald (die Botschaft) vor lauter (Beispiel-)Bäumen nicht.Zum Inhalt:Es wird sehr deutlich gemacht, dass invasive Species oftmals unbeabsichtigt oder aus hedonistischen Motiven oder aus Unbedacht eingeführt wurden und werden. Wenn ich alles richtig verstanden habe, sorgt der unumkehrbar immere globalere Personen- und Warenverkehr dazu, dass endemische Lebensgemeinschaften höchstens hinter Stacheldraht und unter Einsatz von martialischen Methoden überleben können. Schlag auf Schlag kommen die Beispiele, in jedem neuen Kasten lauert ein weiterer Anschlag auf die geballte Ignoranz von einem naiven Naturromantiker, der ich war, bevor ich dieses Buch gelesen habe.Es bleibt leider im Wesentlichen auch bei dieser Aufzählung. Vermisst habe ich außerdem eine vertiefende Darstellung der Vorteile der Erhaltung der endemischen Lebensgemeinschaften. Herr Kegel bleibt hier sehr unparteiisch. Da hätte ich mir gewünscht, dass das Buch etwas mehr z.B. auf den Verlust besonderer Stoffwechselleistungen eingeht und auf bereits erhaltene Einsichten in evolutionsbiologische Vorgänge anhand der Invasionshistorie.Es mag sein, dass Lösungsvorschläge natürlich Mangelware sind, einiges Interessantes wird angesprochen. Völlig unverständlich aber: Zum Ende fällt dem Autor als Lösungsvorschlag plötzlich ein, auf der Gentechnik herumzutrommeln. Keiner der bis zu diesem Zeitpunkt beschriebenen Problematiken hatte irgendetwas mit Gentechnik zu tun. Darüber hinaus frage ich mich, ob ich in einem anderen Deutschland wie Herr Kegel lebe, da er offensichtlich findet, dass völlig kritiklos Gentechnik überall befürwortet wird. In den Zeitungen stehen täglich neue Verbote von Gentechnik. Da sehe ich leider ebenfalls einen gewissen "Fundamentalismus" (Kegel) am Werk. Zumal einem Experten wie Herrn Kegel durchaus bewusst sein müsste, was Gentechnik grundlegend von allen beschriebenen Invasionsgeschichten unterscheidet: Bei Gentechnik geht es um die Veränderung bestehender Arten und nicht um die Einführung von neuen Arten, gentechnische Veränderungen sind von Wissenschaftlern herbeigeführt und eben nicht von Jägervereinen oder Politikern usw.Dies schadet diesem ansonsten lehrreichen Buch beträchtlich, daher nur zwei Sterne.