Sachbuchautoren neigen manchmal dazu, ihre Leserschaft mit einer zu hohen Detaildichte zu überfrachten. Hierdurch wird nicht nur der Lesefluss gehemmt, sondern eigentlich wichtige Informationen drohen unter zu gehen. Andreas Reisen gelingt in seinem Buch jedoch ein ausgezeichneter Spagat zwischen der notwendigen Informationsdichte und einem flüssigen Erzählstil. Bei dem eher nüchternen Thema beschreibt der Autor leicht verständlich und doch präzise, wie sich das Passwesen zu dem entwickelt hat, was es heute ist. Eine Vielzahl von - zum Teil eindrucksvollen - Abbildungen (beispielsweise von einem Reisepass der Freien Stadt Danzig aus dem Jahr 1936 oder der Urlaubspass des Königlich Bayerischen 2. Artillerie Regiments aus dem Jahr 1839) runden dieses Buch ab. Da es nach meiner Kenntnis kein vergleichbares Werk auf dem Markt gibt, würde es mich nicht wundern, wenn Der Passexpedient in Fachkreisen zu einem Standardwerk zur Historie der Ausweisdokumente wird. Für alle anderen interessierten Leser ist das Buch nichtsdestotrotz absolut lesenswert.