Ein keckes Buch. "So wie es ist" keine Sollen-Glaubenslehre mit Tröstungsglaube und Hoffnungsversprechen. Nüchtern klar.Sehr treffend kommentiert im Magazin "soziologie heute":"Mehr als eine Buchbesprechung von Ernst Gehmacher: Wo immer ich als Soziologe wissenschaftliche Methodik, Statistik und Messverfahren lehre, suche ich von vornherein klar zu machen: die „Wirklichkeit“ ist so komplex, dass sie immer nur in Annäherungen erfassbar ist. Soziale Phänomene verändern sich fortwährend, alle ihre Dimensionen schwanken zwischen Plus und Minus, in gegenseitigen Wirkungen und Feedback-Schleifen (Engels-und Teufelskreisen) – so dass Bestimmtheit nur innerhalb breiter Wahrscheinlichkeitsgrenzen und nie völlig sicher gegeben ist. Wo Lebenspraxis in Wirtschaft und Politik, im Alltag rasche Entscheidungen verlangt, greift man notgedrungen auf vorläufige,unsichere Schätzungen zurück, auf Erfahrungen oder probabilistische Erwartungen – mit Risiko. Und verteidigt sie. Doch als Wissenschafter sollte man diese Naturgesetze bewusst halten, in aller um Objektivität und „Wahrheit“ bemühten Forschung, als Statistiker in der Wahrscheinlichkeitsrechnung und in der Modellierung sozialer Prozesse sowieso. Im Leben ja auch – aber nicht bis zur Handlungsunfähigkeit durch Verunsicherung. Aber klar sollte einem Soziologen von Beruf und Berufung die unfassbare DYNAMIK, AMBIVALENZ, KOMPLEXITÄT und INDETERMINATION alles Geschehens bleiben."vgl. soziologie heute, Juni 2016
Zuerst einmal stimme ich den meisten meiner Vor-Rezensenten indirekt zu.Dieses Buch ist ein Meisterwerk.Anhand eines modernen, eingängigen Schreibstils und einiger Abstraktion und Metaphorik schafft es der, sich bescheiden gebende Autor dem westlichen Leser die vier Säulen der buddhistischen Philosophie mitzuteilen.- Anitya (Vergänglichkeit)- Dukha (Leiden)- Shûnya (Leerheit)- Nirvâna (Befreiung)Die ersten beiden Siegel sind meiner Ansicht nach kaum, die letzten beiden gar nicht in Worte zu kleiden, dennoch schafft es der Autor uns mental begrenzten Wesen einen Eindruck zu vermitteln und uns Stoff zur Kontemplation zu geben.Er versteht es Verwirrungen zu lösen und Fragen zu beantworten.Der Autor vollbringt einen Brückenschlag zwischen tibetischer und europäischer Kultur und das besondere und schöne daran ist, er verurteilt und befiehlt nicht.Khyentse zeigt intellektuell (und vorzugsweise psychisch) nachvollziehbare Schlussfolgerungen der Logik auf, welche das menschliche Leben, egal welcher Gesellschaft, Kultur oder Religion betreffen.Insofern wird auch betont das der Buddhismus keine Religion sondern eine Sammlung logischer, dem Leid entgegenwirkender Schlussfolgerungen ist - am ehesten vmtl. noch eine 'Philosophie' (i.e. Liebe zur Weisheit).Der Autor erklärt warum wir Menschen gefangen sind in Konzepten, warum wir das nicht gerne einsehen.Erst wenn wir es schaffen alle Konzepte und Vorstellungen, welche ihrer Natur nach immer beschränkend sind, fahren zu lassen, uns stattdessen der formlosen Natur der Dinge ganz erinnern, können wir Nirvâna, die Befreiung vom 'beständigen Wandern' (Samsâra), verwirklichen und vom Buddhisten wieder zum Buddha werden.Vielen Dank an den Autor. =)
Der Autor bringt die Lehren des Prinzen Siddharta den Lesern zeitgemäßNahe. Wenn sich jemand mit Buddhismus beschäftigt ist dieses Buch ein kleiner Goldschatz.