Vielen Dank, dass sie sich die Mühe machen, meine Bewertung durchlesenFür alle die keine Lust haben sich alles durchzulesen schreibe ich am Ende ein Pro und Kontra sowie ein Fazit.Heute möchte ich meine persönliche Meinung zum Buch „Die Arbeit hat das Gebäude verlassen“ von Jitske Kramer niederschreiben. Ich hoffe ich kann hiermit bei der Entscheidung für oder gegen das Buch helfen.Was erwartet mich im Buch?Das Buch „Die Arbeit hat das Gebäude verlassen“, wurde von der Autorin in sehr kurzer Zeit geschrieben. Frau Kramer hat das komplette Buch in nur 10 Wochen geschrieben und nach 6 weiteren Wochen stand es in den Läden. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob der Inhalt trotzdem überzeugen kann.Worum geht es also im Buch?Corona hat unser Arbeitsleben in weiten Bereichen stark auf den Kopf gestellt. Homeoffice war auf einmal keine bewusste Entscheidung der Firmen, sondern eine auferlegte Notwendigkeit. Viele Firmen hatten sicherlich starke Anlaufschwierigkeiten und für die Arbeitnehmer ist es auch nicht einfach auf einmal alle persönlichen Kontakte zu den Kolleg*innen zu verlieren. All die kleinen Dinge wie Schwätzchen beim Kaffee holen, Nachfragen bei Unsicherheiten und sonstige kleine Interaktionen fallen auf einmal weitestgehend weg.Das Buch wurde von der Autorin in 9 Kapitel unterteilt.1. Ach, was kann in ein paar Monaten schon passieren2. Corona-Kulturschock: Phasen der Unsicherheit3. Hybride Arbeitskultur: Zeit und Ort flexibel einrichten4. Hybride Führung: klar, menschlich, improvisierend5. Zum festhalten: neue Online-Rituale und –Routinen6. Digital kommunizieren: Online Lagerfeuer7. Die Stille spricht: Zögere nicht, zu zweifeln8. Die Zwischenzeit: Führung in Krise und Transformation9. Schaffen sie Perspektive: SchöpferkraftDie genaue Kapitelaufteilung empfand ich hier als eher nebensächlich. Alles gehört mehr oder weniger zusammen.Warum ist die Autorin eine gute Wahl zum Schreiben dieses Buches?Die Autorin Arbeitet schon langer Zeit Hybrid. Dies Bedeutet, dass viele Arbeitsabläufe remote/online ablaufen und nur zu bestimmten Zeiten Zusammenkünfte stattfinden. Außerdem findet die Arbeit asynchron statt. Dies bedeutet, dass die Arbeitnehmer*innen sich die Arbeitszeit selbst einteilen können. Jede*r arbeitet, wann es am besten passt. Dies kann früh morgens, nachmittags oder auch nachts sein. Bestimmte Termine (online oder in Person) werden natürlich bei Bedarf abgesprochen und jede*r muss seine gesetzten Zeitziele erreichen.Wie dies alles funktionieren kann, erklärt die Autorin sehr schön im Buch.Auch Rituale und Routinen zur Einführung von neuen Kolleg*innen und zur Teambildung sind sehr schön aufgezeigt. Schnell passiert es beim remote Arbeiten, dass man sich ausgeschlossen oder nicht gewertschätzt fühlt. Vor allem, wenn man neu in der Firma einsteigt und die Kolleg*innen noch nicht kennen lernen konnte passiert dies sehr schnell. Hierfür werden immer wieder Anregungen gegeben wie man dies erreichen kann. Zum Teil durch offene Räume, in die man sich einfach einloggen und Gespräche führen kann oder auch durch zufällig geloste Treffen. Außerdem kann man sich im Kalender bei bisher unbekannten Kolleg*innen eintragen um ein kurzes Kennenlernen zu haben. Dies und noch sehr viel mehr Ideen kann man im Buch nachlesen. Im ersten Moment klingt zugegeben eher seltsam, aber wohl nur, weil man es nie so gemacht hat. Wenn man sich längere Zeit mit dem Thema befasst klingt dies sehr sinnvoll. Natürlich müssen sich hier alle Personen drauf einlassen.Im Buch bekommt man auch sehr viele hilfreiche Tipps zum guten Aufbau eines online Meetings. Alle, die bereits an Meetings in dieser Form teilnehmen durften, was mittlerweile die meisten Menschen betreffen sollte, kennen wahrscheinlich unangenehme Situationen, wo entweder geschwiegen wird, oder man endlose Monologe hören muss, denen man nur noch schwer folgen kann. Mit der richtigen Vorbereitung kann man dies deutlich verbessern.Schön fand ich auch die „Erfahrungen aus dem Feld“. Hier gibt die Autorin Erfahrungsberichte von Personen zu den einzelnen Themen wieder. Ich hätte mir allerdings hin und wieder gewünscht zu wissen wem ich da gerade „gelauscht“ habe. War es ein Angestellter, ein Arbeitgeber und in welchem Bereich ist die Person tätig. Dies ist nicht immer zu erkennen und es macht bei manchen Dingen einen Unterschied.Das Buch sollte von vielen Firmen zur Hilfe genommen werden. Das Thema ist sehr interessant und in der heutigen Zeit fällt die Notwendigkeit alle Arbeitnehmer an einem Ort zu versammeln immer mehr weg. Gerade, da man aufgrund von Corona sehen konnte, dass es hierfür „keinen Grund“ mehr gibt.Pro:+ „Erfahrungen aus dem Feld“ (Berichte von „Betroffenen“)+ Sehr viele Ideen für Remote Ritualen (Zufällige Gespräche, kurze Termine wie bei einem Kaffeegespräch, Online Buchclub etc.)+ Tipps, wie man neue Mitarbeiter auch Online integrieren kann+ Erklärungen für in Deutschland unbekannte Dinge (Fernsehsendungen, Feste etc.)Neutral:- Asynchrones Arbeiten (jeder zu der Zeit, wann es ihm am besten passt) nur in Firmen ohne sehr starken Zeitdruck umsetzbarFazit:In der heutigen Zeit, sollte mehr Wert auf das hybride Arbeiten gelegt werden. Die Arbeitnehmer sparen Zeit und Geld, da sie keinen Arbeitsweg auf sich nehmen müssen und diese Zeit trägt in vielen Fällen dazu bei, dass man mehr Zeit mit der Familie und Freunden verbringen kann.Wenn das online Arbeiten von vorneherein gut organisiert und geplant ist, kann man hierdurch sehr viele Vorteile haben.Sicherlich sehen viele Menschen dies anders und diese Arbeitsweise ist auch nicht für alle Bereiche geeignet. Persönlich bin ich jedoch der Meinung, dass einen Blick in dieses Buch für viele Firmen hilfreich sein könnte.Danke dass sie sich die Mühe gemacht haben meine Rezension zu lesen. Ich hoffe ich konnte hiermit bei der Entscheidungsfindung helfen.LG Nicolas