Ein sehr ausführliches und lesenswertes Werk für Interessierte.Reich bebildert und gut lesbar, wenngleich auch der Autor ab und zu mit seinem erlesenen Fremdwortschatz kokettiert.Übles Manko: Für diejenigen Leser, die der englischen Sprache nicht zu einhundert Prozent mächtig sind, und das dürften im deutschen Sprachraum nicht wenige sein, sind die häufig eingestreuten englischen Originalzitate von Schauspielern, Regiseuren etc. ein Ärgernis, weil nicht übersetzt.Mir zumindest hat das sehr missfallen. Fast ausschließlich deshalb der fehlende vierte und fünfte Stern. Sorry ;-)
Ein umfangreiches, zudem reich bebildertes Buch über Sergio Leone, der mit "Für eine handvoll Dollar" den Italowestern begründete, mit "Spiel mir das Lied vom Tod" den wohl besten Western aller Zeiten inszenierte und mit "Es war einmal in Amerika" das definitive Epos des Gangsterfilms vorgelegt hat. Natürlich merkt man dem Buch seine Herkunft aus dem akademischen Bereich an (es ist die leicht gekürzte Druckfassung einer Dissertation), dennoch ist die Sprache klar und verständlich, aber eben auf hohem Niveau. Es schadet also nicht, wenn man etwas geisteswissenschaftliche Vorbildung mitbringt.Der Autor analysiert in Einzelkapiteln alle Filme Leones, in einem langem Kapitel die besondere Rolle der Filmmusik Ennio Morricones, Motive wie das Amerikabild Leones, aber auch die Bildgestaltung und die Produktionen Leones, darunter Filme wie "Mein Name ist Nobody". In den Kapiteln zu den frühen Sandalenfilmen wie "Der Koloss von Rhodos" und zu den (Italo-)Western wird anschaulich und mit originellen Ansätzen der europäische Western und Sandalenfilm bearbeitet. Eine wahre Fundgrube an interessanten Gedanken für Fans des europäischen Genrekinos und von Leones Werk! Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.