Um M. Duras, diese faszinierende wie umstrittene Persönlichkeit, Schriftstellerin und Filmemacherin, die von vielen umjubelt und angehimmelt und von anderen kritisiert und verachtet wurde, ranken sich zahllose Anekdoten und Geschichten, befeuert von der Selbststilisierung und -mystifizierung der Künstlerin, und es gibt mittlerweile etliche Biographien und unzählige Werkanalysen. Warum also eine weitere Biographie schreiben und diese lesen?Ganz einfach: Weil es Jens Rosteck gelingt, ein ziemlich realistisches, umgeschöntes Bild dieser schillernden Persönlichkeit zu entwerfen, fernab von Hagiographie oder höhnischer Vernichtung und unter Verzicht von akademischer Sprachanalyse. Es ist ein gut lesbares, bisweilen spannendes Buch, das plausibel und gut fundiert Zusammenhänge zwischen Leben und Werk herstellt und dabei Lust macht - trotz der unsympathischen Züge der Duras - das eine oder andere Buch wieder zu lesen und eventuell neu zu entdecken.Sehr gut auch das Werkverzeichnis am Ende des Buchs mit nicht nur sämtlichen Büchern und Filmen von M. Duras, sondern auch ausgewählter Literatur über sie und einer Auswahl von Hörbüchern und e-books. Einziger Wermutstropfen: Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, hat der Autor darauf verzichtet, die Quellen der vielen Textzitate anzugeben. Das ist schade und macht es schier unmöglich, die entsprechenden Werke zu finden. Aber das ist ein vergleichsweise marginaler Einwand.So ist jedem, der an Leben und Werk von M. Duras Interesse hat, die Lektüre von "Die Schwester der Meere" vorbehaltlos zu empfehlen.