Als ich das Buch zu lesen begann, konnte ich mir nicht vorstellen, jemals auch nur den Wunsch zu verspüren, 100%ig rohköstlich zu leben. Schon nach wenigen Seiten habe ich diese MEinung geändert. Das Buch habe ich nur so verschlungen und hatte auch gleich einige Aha-Effekte (woher einige Wehwehchen ernährungstechnisch so kommen könnten). Jetzt ist auf jeden Fall der Wunsch da, die Ernährung zumindest probeweise auf Rohkost umzustellen.Im Buch erfährt man viel Wissenswertes, besonders interessant fand ich die Informationen zum Thema Öl und Fett. Meine Ernährung habe ich bereits teilweise umgestellt.Einen Stern Abzug gibt es dennoch: Mir fielen einige Ungereimtheiten im Buch auf. Bsp. sollte man laut Dr. Mutter nicht zuviel Öl essen und vor allem auch nicht am Salat. Bei den Rezepten wird aber jedem Salat Öl zugefügt. Auch die beiden Frühstücksgerichte im Buch enthälten viel Leinsamen (was man doch laut Dr. Mutter auch nicht jeden Tag zu sich nehmen sollte). Dr. Mutter empfiehlt gerade Kranken, 4 Wochen auf verschiedene Öle zu verzichten, aber auch diese kommen in den Rezepten vor. Ich bin daher etwas verwirrt, ob ich nun doch zu jeder Hauptmahlzeit Öl essen kann oder nicht. Ohne Öl schmecken die Salate sehr trocken und es fällt mir schwer, Gefallen daran zu finden.Es ist schwer über andere Bücher eine größere Variation an Rohkostrezepten zu finden (vielleicht hat hier jemand einen Tipp?), da bei den meisten Rezepten Früchte, viele Nüsse oder Süßungsmittel verwendet werden, auf die man aber laut Dr. Mutter möglichst verzichten soll. Es wäre daher ganz gut gewesen, wenn der Rezeptteil im Buch vielfältiger ausgefallen wäre. Sicher kann man hier selbst kreativ werden, aber gerade als Einsteiger fällt mir das doch ziemlich schwer.Laut Dr. Mutter sind die wichtigsten Zutaten bei jedem Hauptgericht Wildkräuter, was ich an sich auch gar nicht in Frage stellen will. Ich hätte hier gerne einige Praxistipps gehabt wie ich mehrmals am Tag an frische Wildkräuter kommen kann. Nicht jeder hat einen Garten und die Wildkräuter an der Straße sind sicher auch nicht so richtig gesund. Wie variationsreich sollte die Bandbreite an Wildkräutern sein? Wie bewahre ich sie auf?Und wie stelle ich die Ernährung von Kindern auf Rohkost um? Auf Früchte soll man ja laut Dr. Mutter eher verzichten, das ist aber bei Kindern nicht so einfach. Ein eigenes Kapitel hierzu wäre gut gewesen.Das Thema Vitamin B12 wird nur kurz angerissen, was den Eindruck entstehen lässt, dass es gar nicht so wichtig ist. Das finde ich schon richtig fahrlässig, denn ein B12 Mangel, kann gravierende und irreversible Schäden hervorrufen! Hier sollte doch wenigstens darauf aufmerksam gemacht werden, dass man B12 auch über Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen kann bzw. dass man hin und wieder seinen B12 Status kontrollieren lassen sollte, wenn man sich rohköstlich vegan ernährt.Fazit: Trotz der aufgeführten Mängel finde ich das Buch sehr lesenswert und kann es nur empfehlen.
Ich bewerte das Buch ‘Grün essen’ als ein gelungenes und empfehlenswertes, weil es viele wichtige Grunderkenntnisse ergänzt durch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, sowohl hinsichtlich Krankeitsursachen als auch Empfehlungen, bietet.Aus eigenem Erleben kann ich sagen, dass ich froh gewesen wäre, wenn ich viele, der in diesem Buch gegebenen Empfehlungen zu Beginn meiner Umstellung auf eine ‘gesündere’ Lebensweise vor zwei Jahren gehabt hätte. Ich hätte damit eine neuerliche schwere Darmentzündung durch Einhaltung bzw. Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel und -zusammenstellungen mit großer Wahrscheinlichkeit vermieden.Grundsätzliche Begründung:Wer heutzutage bei Stufe 2 der Suche nach ‘Gesundheitsinformationen’ ist, sieht sich einer riesigen Informationsfülle gegenüber. (Stufe 1: Erkenntnis, dass man etwas tun und sich höchstpersönlich selbst informieren muss)Das Problem ist: welche ist die Richtige für einen selbst, welche ist wahr und hilft nachvollziehbar?Aufgrund der Informationsfülle gelingt es in der Regel nicht, auf Anhieb etwas für einen selbst geeignetes zu finden. Meist meint man das zwar und ist anfänglich begeistert - die Leidensentwicklung zeigt aber nach einiger Zeit häufig ein anderes Bild.Meines Erachtens ist die Ursache dafür, die man wissen und akzeptieren muss, dass jeder Mensch ‘einzigartig’ in Zusammensetzung und Funktionsweise ist und somit die Medizin keine Wissenschaft im eigentlichen Sinne sein kann, (d.h. eine, die mit Anwendung fester Gesetzmäßigkeiten bei allen Objekten zu exakt gleichen Ergebnissen führt, sprich in jedem Fall richtige Antworten liefern kann).Dies führt (statt eines einfachen Formelwerks) dazu, dass man aus der Informationsmenge den gesuchten Sachverhalt extrahieren, verallgemeinern und tatsächlich selbst prüfen muss.Hierbei ist es sehr von Nutzen, sich im Laufe der Zeit gründlich mit Gesundheitsfragen und ihrer geschichtlichen und aktuellen Entwicklung vertraut zu machen.Wer diese Hürde nimmt und viele Quellen tatsächlich studiert wird feststellen, dass es zum Einen notwendig ist, sich einen grundsätzlichen und systematischen Überblick zu verschaffen und zum Anderen einen gesunden Menschenverstand bei der Bewertung zu bewahren.Was den Überblick über Gesundheitsfragen betrifft, so habe ich kein Werk gefunden, welches alle Fragen systematisch und gut verständlich aufbereitet bietet. Die meisten Autoren beleuchten nur eine Art von Krankheit und deren erfolgte Behandlungsansätze oder generellem Ernährungskonzept mit entsprechenden Empfehlungen oder aber viele Informationen sind schlicht widerlegt worden.Was den verwertbaren Wahrheitsgehalt der einzelnen Informationen betrifft, so meine ich, dass nur auf der Grundlage grundsätzlicher Erkenntnisse über den Körperaufbau und seine Funktionsweise Handlungsempfehlungen logisch erscheinen, d.h. der eigene ‘Menschenverstand’ zustimmt.Häufig erfolgen Informationen heutzutage noch dazu mittels Studien, die für Laien im Prinzip nicht nachprüfbar sind.Insofern sind Werke, die sowohl grundsätzliche Erkenntnisse als auch die Schilderung tatsächlich erfolgter Heilungen übersichtlich, logisch und nachvollziehbar bieten, extrem wichtig, aber leider selten.Und selbst wenn, dann ist für den Laien in der Regel auch nicht ersichtlich, ob die Darstellung tatsächlich wahrheitsgemäß (z.B. Stichworte ‘Gefälschte Studien oder Zielrichtung ‘Vermarktung bestimmter Produkte’), vollständig (zB. Darstellung aller Nebenwirkungen) oder in anderer Weise irreführend ist.Das Buch von Dr. Mutter bietet einen guten Überblick und kann als Handlungsanweisung dienen.Kann, weil Jeder für sich die Wirkungsweise der empfohlenen Ernährung schlicht selbst herausfinden muss.Ich persönlich betrachte das Bauch allerdings für ‘blutige’ Laien, die jedes medizinische oder chemische Wort nachschlagen müssen, für nicht geeignet.