Als ich heute meine Tochter zur KiTa brachte, traf ich dort eine Mutter, die ihr Kind gerade die Jacke auszog und fertig machte. "Schnell! Ich muss zur Arbeit. Ja, ich habe auch keine Lust, aber ich muss." sagte sie dabei.Die meisten Menschen (müssen) arbeiten. Arbeit nimmt dabei oft einen großen Teil des erlebten Lebens ein - sollte es nicht ein möglichst gutes Erlebnis sein? Diese Frage möchte Dr. Achim Pothmann mit einem lauten JA beantworten. Er führte selbst jahrelang ein Unternehmen und kann aus eigener Erfahrung berichten, dass es tatsächlich möglich ist, "Jobglück" zu erleben.Ich habe Dr. Pothmann selber kennengelernt. Seine Mission: Das Leben ist zu kurz, um im Job dauerhaft unglücklich zu sein. Also mach was!Um so viele Menschen wie möglich aus der Misere zu helfen, schrieb er das Buch "Jobglück". In seinem Buch beschreibt er in lockerer und leicht verdaulicher Sprache die Grundlagen: Was macht im Job glücklich, was unglücklich? Zusammen mit Anekdoten aus eigener Erfahrung schließt das Buch mit einer Liste von Tipps.Natürlich wird man nicht von heute auf morgen den Montag lieben lernen, wenn man alle die Jahre schon Sonntag schon mit Unwohlsein an den Montag denkt. Und für "Jobglück" ist viel Selbstreflektion und an ständiges "An-Sich-Arbeiten" nötig. Wenn man es aber schafft, wenigstens ein paar Tipps umzusetzen und ein paar Tage im Jahr glücklicher zu sein, ist schon viel gewonnen und das Buch das Geld wert.
Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich selbst oft unzufrieden mit meinen beruflichen Alltag bin. Und weil mir Freunde, Bekannte und Verwandte auch viel, sehr viel über schlechte Kollegen und Chefs erzählen. Mir ist aufgefallen, dass es mir nie hilft, über die Arbeit zu jammern und dass es den anderen auch nicht hilft. Im Buch habe ich gelesen, dass es darauf ankommt, den eigenen Anteil an der Misere zu sehen, um etwas zu ändern. Dann kann man wieder mit einem Lächeln zur Arbeit gehen. Oder den Job wechseln. Das machen auch die wenigsten. Das Buch ermutigt zum konstruktiven Handeln und hat mir klargemacht, dass das Jammern gar nichts bringt. Mir hat auch gefallen, dass das Buch zum Ende hin immer praktischer wurde, es gibt immer mehr konkrete professionelle Handlungstipps, ich werde das Buch immer wieder zum Nachschlagen nutzen, um meine schlechten Denkgewohnheiten zu sehen und um eine bessere Haltung einzunehmen. Das Unglaublichste: Nun weiß ich, dass ich gar nicht ewig meinem Arbeitsumfeld ausgesetzt sein muss, ich habe jederzeit die Möglichkeit, die "Druckwelt", wie Herr Pothmann sie nennt, zu verlassen. Das entspannt mich sehr, wenn es auf der Arbeit wieder heiß wird. Das Buch ist sehr zu empfehlen für Menschen, die ungern oder lustlos zur Arbeit gehen. Ob ich so richtig glücklich im Büro werden kann, weiß ich noch nicht, aber auf jeden Fall werde ich bewusster auf meinen Anteil am Unglück achten und mir nicht länger die schlechte Laune der anderen (und die eigene schlechte Laune) gefallen lassen.