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Kundenbewertungen ★★★☆☆ 3.3/5

★★★★★ Kassandra 89
Als im Jerusalem des Jahres 30 ein Mann am Kreuz starb, ahnte wirklich noch niemand, dass das, was man ihm später unterstellte, nach vierhundert Jahren zur römischen Staatsreligion erklärt würde.Der Weg dahin war mit theologischen und politischen Problemen gepflastert, die im Zusammenhang mit Fanatismus und Gewalt, und im Zusammenhang mit den Bemühungen, das immer wieder in geregelte Bahnen zu lenken, das Römische Reich oft bis an seine Grundfesten erschütterte.Clauss beginnt zwar mit dem, was seitens der christlichen Kirche, gestützt auf die Schriften des Neuen Testamentes und deren Parallelschriften sanktioniert ist, setzt mit seiner historisch gesicherten Darstellung allerdings erst mit dem 2. Jahrhundert ein, und führt uns bis ans Ende der antiken Geschichte des Christentums in der Mitte des 6. Jahrhunderts, von wo es dann in den Bereich der mittelalterlichen Kirchengeschichte des Abendlandes übergeht.Es ist eine sehr interessante, vor allem polemikfreie Darstellung dessen, was in dieser ungefähr vier Jahrhunderte umfassenden Zeit alles an Problemen im Zusammenhang mit dem Christentum, begründet durch die Spezifik seiner exklusiven theologischen Basis im Zusammenhang mit den Interessen des Römischen Imperiums, vertreten durch das zentrale Kaisertum und dessen Staatskult, ergab. Gerade dadurch, dass Clauss die Entwicklung dem Leser zur Bewertung überlässt, mag das manchem als etwas zu trocken erscheinen, aber aus der Gesamtsicht, aus welcher hervorgeht, dass diesen ganzen Verwicklungen, Meinungen und Richtungen keine Objektivität im Sinne eines rationellen Zieles zugrunde gelegt werden kann, ist diese Zurückhaltung angeraten. Die von ihm manchmal aufgeführten Fakten und Aktionen zur Veranschaulichung der oft seltsam anmutenden Ereignisse sind dabei aber wirklich unverzichtbar.Clauss fasst es am Ende so zusammen: „Die meisten Entscheidungen, von denen in diesem Buch die Rede ist, wurden von einer Mehrheit der jeweiligen Gruppierungen getragen, wohingegen eine Minderheit resignierte, sich anpasste oder den eigenen Weg fortsetzte. Zu den zahlreichen Auseinandersetzungen innerhalb der christlichen Kulte kam es nicht zuletzt deshalb, weil alle ihre Mitglieder es sich zur Regel gemacht hatten, die Welt zu kategorisieren: hier die Anhänger der eigenen Gruppe, die Guten, dort die anderen, die Bösen.“ Wie aktuell diese Feststellung gerade für uns in der Zeit ist, in der dieses Buch erscheint, wird er wohl kaum geahnt haben.Sein wirklich nüchterner Blick auf das, was tatsächlich war, ist unter Berücksichtigung, dass er die von den Kirchen verbreitete Basislegenden des Christentums nicht ebenso hinterfragte, wie er das hinterfragt und analysiert, was dann ab dem 2. Jahrhundert seitens der Kirchenväter damit erneut angestellt wurde, deshalb etwas gehemmt. Claus beraubte sich so vieler Möglichkeit einer noch tieferen Analyse der Entstehung des Christentums.Weil man kirchlicherseits die Erforschung der Basis und der Hintergründe und Zwänge dessen, was im Laufe des 1. Jahrhunderts zur Entstehung und Herausbildung des Christentums führte, weitgehend abgebrochen und es dem Wildwuchs überlassen hat, wuchs sich das inzwischen bekanntlich zum Tummelplatz von Sekten, Esoterikern und Scharlatanen aus.Nur christliche Radikalkritik ( z.B.: Hermann Detering, „Der gefälschte Paulus – Das Urchristentum im Zwielicht“) und jüdische Religionsforschung (z.B.: Israel Knohl, „Der vergessene Messias – Der Mann, der Jesu Vorbild war“) arbeiten noch ernsthaft an der Erforschung der Wurzeln, aus denen das entstand, was nie als neue Religion geplant war, sie aber zwangsläufig hervorbrachte.Die neuere wissenschaftliche Arbeit an den Schriften des Flavius Josephus (Siebert/Schreckenberg/Vogel, „Flavius Josephus – Aus meinem Leben“) brachte beispielsweise, indem man nicht nacherzählte, sondern exakt übersetzte, Texte hervor, aus denen sich direkte personelle Brücken zur Apostelgeschichte des Neuen Testamentes ergeben. Daraus erschließen sich dann für uns noch heute politische Konstellationen der damaligen Zeit und Lebensläufe des Ensembles der Jünger Jesu und auch deren verwandtschaftlichen Verbindungen untereinander und ihre Identität, die dann über die jüdische Geschichtsschreibung personell nachverfolgbar werden, und damit auch die Hintergründe erhellt werden, die zur Entstehung des Christentums führten.Verarbeitet und in den Rahmen der Tagespolitik des Römischen Reiches des 1. Jahrhunderts gestellt findet das dann aufbauend auf den o.g. Erkenntnissen in den Büchern Georg Naundorfers ihren Niederschlag: „Die Geburt des Christentums“, bzw.: „Der Jesus von Nazareth des Judas Iskariot.“ Dort wird ohne jede Polemik mit dem aufgeräumt, was Claus auf den ersten 80 Seiten seines Buches aus den Schriften des Neuen Testamentes noch gestützt darauf, dass es die Kirche als Basis ihrer Existenz als gesetzt annimmt, erzählt.Wer wirklich Klartext zur Entstehung und Entwicklung des Christentums lesen will, dem sei dieses Buch von Manfred Clauss in Verbindung mit den vorgenannten Veröffentlichungen empfohlen.
EAN 9783871347948

Ein neuer Gott für die alte Welt - Manfred Clauss Gebunden

Produktfakten auf einen Blick zur EAN 9783871347948

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9783871347948

Produktbeschreibung

Eine Sekte wird zur Weltreligion - Manfred Clauss' große Geschichte des frühen ChristentumsAls vor Jerusalem ein Wanderprediger am Kreuz starb ahnte niemand dass damit ein neues Zeitalter anbrach. Vier Jahrhunderte später wurde das christliche Bekenntnis zur römischen Staatsreligion. Manfred Clauss erzählt die aufregende Geschichte dieses frühen Christentums - von den versprengten Urgemeinden bis ins 6. Jahrhundert - und entwirft ein überraschendes archaisch-schillerndes Panorama: Da wird aus heidnischen Sonnwendfeiern das Weihnachtsfest Märtyrer sehnen sich nach dem Tod ein neues prägen
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