Ich bin eigentlich froh auch mal dunkle Geschichten lesen zu können, die sich in einem eher knappen Umfang präsentieren.Andererseits, wenn eine Story nur 10 Seiten lang ist, kann das selten zu wahrhaftigem Entsetzen führen (das hat bis jetzt nur Mister Lovecraft selbst bei mir geschafft).Es hat absolut Spaß gemacht, die kleinen Geschichten zu lesen, die Ideen der Autoren sind sehr gut und passen gut in Lovecrafts Universum. Aber das man wirklich eine solche Geschichte liest und es einem Angst und Bange wird, den Eindruck hatte ich jetzt nicht.Dennoch werde ich mir die beiden anderen Bände auch zulegen, da man hier alternativ zu langen Wälzern mal sehr kurzweilig an das Thema Horror Erzählung geführt wird.
Das Grauen lauert im Verborgenen. Die Anthologie vereint Geschichten über Menschen, die aus ihrem Alltag gerissen werden und sich einem Schicksal stellen müssen, das an Ekel und Bizarrerie ihre Vorstellungen übersteigt. Sie sind die Auerwählten, die Wiedergeburt einer Rasse, die sich anschickt, den Planeten ein weiteres Mal zu erobern. Vierzehn Autoren nähern sich auf ganz unterschiedliche Weise dem Mythos um Cthulhu, die Großen Alten und die versunkenen Stadt Ry’leh und orientieren sich dabei teils sehr eng an den Ideen Lovecrafts, teils interpretieren sie diese gänzlich neu und in modernem Kontext.Im Folgenden möchte ich jedem Beitrag einen kurzen Abschnitt widmen.Christian Damerow – Der gute GottMein persönliches Highlight. Extrem atmosphärisch und mit subtiler Suspense erzählt der Autor die Geschichte eines verbitterten Priesters, der in seine Vergangenheit reist und mit grauenhaften Ereignissen konfrontiert wird. Lovecraft selbst hätte diese Geschichte nicht stimmungsvoller erzählen können (5 Sterne).J.C. Prüfer – Die Schokolade des Herrn BostDie Geschichte eines mysteriösen Schokoladenherstellers und seines grausigen Erfolgsgeheimnisses ist originell und grotesk. Leider lässt sich der Autor am Ende zu wenig Zeit, um die Handlung befriedigend zu beenden, und es bleiben zu viele Fragen offen. Trotzdem überzeugend (4 Sterne).Carsten Steenbergen – Der Fluch des ZuluIm Gegensatz zu seinen Vorgängern siedelt der Autor seine Geschichte im späten 19. bis frühen 20. Jahrhundert an und erzeugt mit viel sprachlichem Geschick eine überzeugende Gothic-Novel-Atmosphäre. Leider wirkt das Ende sehr abrupt und kann die aufgebauten Erwartungen nicht erfüllen (3 Sterne).Nina Horvath – Zombies für einen TagDiese Geschichte konnte mich leider gar nicht überzeugen. Die Grundidee einer jungen Frau, die in Zombie-Walks aus der bürgerlichen Gesellschaft ausbricht, ist zwar originell, es kommt aber keinerlei Gruselstimmung auf. Auch die Parallele zu Lovecraft wirkt eher erzwungen. (2 Sterne)Thomas Backus – Die versunkene StadtEin Wissenschaftler sucht Atlantis und findet das Grauen. Der Autor orientiert sich hier eng an dem Cthulhu-Mythos, verliert sich aber zu sehr in Hintergrundinformationen und Erklärungen. Im Mittelteil zieht die Spannung zwar merklich an, der Schluss lässt mich aber unbefriedigt zurück. (3 Sterne)Sabrina Eberl – Die AusstellungSubtiler Spannungsaufbau und elegant verwobene Anspielungen auf das Lovecraft-Universum verleihen dieser Geschichte um einen geheimnisvollen ägyptischen Fund intensive lovecraft-eske Züge. Auch hier wird der Schluss zu hektisch erzählt, trotzdem überzeugen Atmosphäre und Suspense (4 Sterne).Marco Bianchi – Der Kenotaph des KagemniHinter diesem kryptischen Titel verbirgt sich eine brillant erzählte Kurzgeschichte, die den Leser in das antike Ägypten entführt. Intensive Szenen-Beschreibungen lassen die Antike und ihr grausiges Vermächtnis lebendig werden und bescheren echte Gänsehautmomente. Sehr gelungen! (5 Sterne)Samuel White – 3,5Geheimnisvolle Vermisstenfälle, Tatorte voll unerklärlichem Schleim – kein Routine-Fall für Hauptkommissar Weisshaupt. Der Mystery Krimi wird ansprechend erzählt, lässt aber kaum Grusel-Atmosphäre aufkommen. Der Stil wirkt eher augenzwinkernd statt stimmungsvoll und konnte daher nicht ganz überzeugen. (3 Sterne)Chris Schlicht – SymbioseDer Fund eines Skythen-Mumie birgt ein tödliches Geheimnis. Die Autorin legt den Fokus ihrer Geschichte eher auf Action als auf Suspense, schafft es damit aber nicht, die Spannung durchgehend aufrechtzuerhalten. Trotzdem eine solide Umsetzung eines klassischen Themas (3 Sterne).Markus Niebios – Die AnstaltAuf schaurige und bizarre Weise schildert der Autor die Erlebnisse von Nordin Talbot, der sich in einer Nervenheilanstalt Hilfe verspricht, aber nur das nackte Grauen findet. Die Asylum-Atmosphäre der Geschichte wird stimmig aufgebaut, allerdings hätte mir eine subtilere Umsetzung des Schreckens in der Anstalt besser gefallen. Der Schluss rundet die Geschichte wiederum gekonnt ab. (4 Sterne)Christian Stobbe – Portrait eines sterbenden MannesUnheimlich dicht erzählte Geschichte eines dem Wahnsinn anheimfallenden Malers. Der Autor schildert das lovecraft‘sche Grauen so intensiv und bildhaft, dass bei jeder Zeile eine Gänsehaut den Rücken hinunterläuft. Statt realer Monster besinnt sich der Autor auf subtilen Schrecken und lässt die Bilder im Kopf seiner Leser lebendig werden. Auch der offene Schluss ist stimmig. (5 Sterne)Sascha Erni – Der JournalistIm Tagebuchstil schildert der Autor die Erinnerungen eines Journalisten, der einen mysteriösen Kult infiltriert und dabei die Kontrolle verliert. Die schleichende Eskalation und das vermehrte Abdriften des Protagonisten wird intensiv und glaubwürdig beschrieben, der Horror bleibt überwiegend unterschwellig, kann aber durchaus überzeugen. (4 Sterne)Robin Haseler – Das ErbeEin verarmter Student erbt ein prunkvolles Herrenhaus – und ahnt nicht, was sich dort verbirgt. Die Geschichte entfaltet ihre Wirkung gemächlich und verzichtet gekonnt auf Schockeffekte oder Ekel. Der bewusst altertümlich gehaltene Schreibstil wirkt zwar stimmig, aber auch sehr langatmig. Dadurch verliert die Erzählung deutlich an Spannung. (3 Sterne)Timo Bader – Der VeränderteZwei Freunde wurden vor vielen Jahren entzweit, jetzt schweißt sie ein Hilferuf zusammen. Die Geschichte baut schnell und sukzessiv Spannung auf, allerdings bleibt der Cthulhu-Mythos sehr vage im Hintergrund und die Auflösung erfolgt zu abrupt. Daher nur eine solide, aber keine allzu schaurige Geschichte. (3 Sterne)FAZIT: Die gesammelten Geschichten konnten in unterschiedlichem Maße überzeugen, bilden aber einen spannenden und vielseitigen Längsschnitt durch verschiedene Adaptionen des Cthuhlu-Mythos‘.Insgesamt vergebe ich 3,5 von 5 Tentakeln.
Aber das war leider nix.Also bei aller Liebe. Die Hoffnungen, die ich in dieses Büchlein gesteckt habe wurden nicht erfüllt.Ich stieß auf diese Reihe, als ich auf Youtube Auszüge eines Autors als Hörbuch hörte. Diese waren dermaßen gut, dass sie dem Altmeister wirklich alle Ehre machten.Beide Geschichten waren nicht in in diesem Band, sondern jeweils dem zweiten und dritten der Reihe enthalten.Ich dachte mir, dass dieses hohe Niveau wohl auch in den anderen Geschichten anzutreffen sei und kaufte mir den ersten, eben diesen Band.Vorweg, ich habe das Buch nicht komplett durchgelesen.Nun, die Sprache ist modern gehalten. Das mag ja noch in Ordnung sein. Aber der Schreibstil wirkt in vielen Geschichten wirklich plump und lässt keinerlei Spannung aufkommen.Es gibt einige wenige Ausnahmen, die wirklich imponieren. Beispielsweise "Der Fluch des Zulu" oder "Das Erbe".Wäre da nicht das größte Manko aller Stories:Das Ende bzw die Wendung zum Schluss hin.Die wirkt in jeder Geschichte derart erzwungen und ist in zwei, drei Sätzen abgearbeitet, dass sie auch bis dato spannende Geschichten verdirbt.Dies erweckt umso mehr den Eindruck den man bei manchen Erzählungen hat (Hier sei vor allem Zombies für einen Tag erwähnt). Man fühlt sich wie ein Lehrer, der Schulaufsätze liest bei denen den Schülern merklich erst in den letzten Minuten einfiel den geforderten Handlungstwist einzubauen.Möglicherweise sind Band 2 und 3, wie in den Auszügen die kenne, besser gelungen. Aber navh diesem Leseerlebnis werde ich sie mir wohl nicht mehr kaufen.