Der Autor trägt Wissen, Ansichten und Legenden über Engel im Laufe der Jahrhunderte und aus der Geschichte zusammen. Eliot Weinberger sammelt sozusagen Aussagen von Kirchengelehrten, berühmten Leuten und "Heiligen", in welchen sie ihre diversen Vorstellungen wie Engel aussehen und was sie tun, kund tun. Dazu schreibt Weinberger kurz dazu, welche Engel tatsächlich in der Bibel erwähnt werden und welche nicht. Er stellt Aussagen nebeneinander ohne zu werten.Bis hierhin fand ich das Buch gelungen, interessant und auch humorvoll.Nun folgt der zweite Teil des Buches, in dem es um Heilige und Märtyrer geht. Der Autor zählt die Wundergeschichten einiger "Heiligen" auf. Manche sind bekannter als andere, von den meisten hab ich noch nie gehört. Allesamt sehr "unglaubliche" Lebensgeschichten, oft nur mit einem einzigen Satz beschrieben. Diese Aufzählung hab ich nicht verstanden, sie hat mich auch nicht interessiert. Ich frage mich, was daran - und für wen - das irgendwie lesenswert sein sollte.Diesen zweiten Teil hätte es nicht gebraucht, da es keinerlei Mehrwert gibt, denn die vielen Namen hat man spätestens eine Seite später schon wieder vergessen. Vielleicht wäre dieser Teil lesbarer gewesen, wenn der Autor sich vielleicht nur auf die "vielen" Teresas oder Hyazinthen beschränkt hätte und statt nur Namen aufzählen, noch etwas dazu geschrieben hätte, Gemeinsamkeiten ausserhalb des Namens zum Beispiel.Fazit: 4 Punkte für den Teil mit den Engeln. Der zweite Teil ist völlig nichtssagend und unnötig, deshalb keine Punkte dafür.
Gelobt wird das Buch als „überaus eleganter Essay“, der theologische Schriften aus vielen Jahrhunderten kondensiert. Die Definition von Essay laut Duden ist eine schriftliche Abhandlung, die eine wissenschaftliche oder literarische Frage auf präzise, knappe, aber zugleich anspruchsvolle Art behandelt. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man das Buch lesen, denn anfangs irritiert es tatsächlich mit seiner Aneinanderreihung von Recherche-Ergebnissen zum Thema „Engel und Heilige“. Eliot Weinberger hat knapp und sachlich Fundstücke zu Engeln und Heiligen aufgeschrieben, ohne eine eigene Meinung durchscheinen zu lassen.Wie oft werden Engel in der Bibel genannt? Wie viele Engel gibt es? Typisch menschlich wurde nachgerechnet, dass es genau 301 655 722 Engel sein müssen, andere kommen auf 399 920 004.In welcher Gestalt erschienen die Engel in den biblischen Schilderungen, wie kommt es, dass sie bei Menschen als Gäste einkehrten und zusammen mit ihnen essen konnten? Haben Engel die geeigneten Verdauungsorgane? Können sie überhaupt riechen, schmecken, reden? Trotz der sachlichen Sprache sind die Begründungen für die allzu menschlichen Gedanken zu den himmlischen Heerscharen oft sehr amüsant, obwohl sie zu ihrer Entstehungszeit ernst gemeint waren.Es finden sich sehr viele kleine und interessante Details zu Engeln, bis es dann im zweiten Abschnitt zu den Heiligen geht, in dem sich eine Auflistung von Heiligen und ihren Lebensläufen befindet.Dieser Abschnitt ist eine kurze Aneinanderreihung über verschiedene Heilige, aus zum Teil lange zurückliegenden Zeiten und liest sich eher wie ein kleines Nachschlagewerk. Die einzelnen, teils sehr kurzen Beschreibungen zeigen oft wunderliche und seltsame Biographien auf, die von dem Glauben und dem Aufklärungsstand ihrer jeweiligen Zeit geprägt sind.Kann man dieses kleine Büchlein empfehlen? Man muss sich auf diesen Essay einlassen, muss Interesse an beiden enthaltenen Themen haben, dann wird man mit interessanten, teils amüsanten, teils spannenden Informationen versorgt, zu denen man sich seine eigenen Gedanken machen kann…
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viele Engel und/oder Schutzengel es wohl auf der Welt geben mag, wenn jeder einen persönlichen hat?Fakt ist wohl, es scheint etwas zwischen Himmel und Erde zu geben, was wir nicht erklären können. Doch was genau ist eigentlich über diese mystischen Wesen bekannt?Eliot Weinberger beschreibt in diesem Buch in 2 Teilen Engel und auch Heilige. Der erste Teil des Buches ist sehr gelungen und es zieht sich konsequent ein roter Faden durch das Buch. Allerdings finde ich die Erläuterungen doch schon recht trocken und es bleibt schwierig den ganzen Daten und Fakten zu folgen. Teil 2 des Buches, der sich mit den Heiligen beschäftigt ist dagegen eine Katastrophe. Hier werden nur lose Aneinanderreihungen von Daten zu Heiligen gesammelt, aber eine richtige Abhandlung/Abfolge gibt es nicht. Mir hat im gesamten Buch ein gewisser Sprach- und Schreibstil gefehlt. Es ist alles aber auch nichts und es fällt mir sehr schwer es treffender zu charakterisieren.Für mich ist das Buch leider nicht gelungen bzw. ich hatte mir etwas ganz anderes darunter vorgestellt. Ich kann daher nur 2 Sterne für die Idee und die überaus wissenschaftliche Abhandlung zu Engeln geben. Allerdings ist von dem Buch aber auch nicht viel bis nur sehr wenig hängen geblieben. Sehr schade.