Vom Koran bis zu 1001 Nacht von Nobelpreisträgern bis zu Dichterinnen im Exil: Die Autorinnen
und Autoren des Orients schreiben Weltliteratur. Diese Gesamtdarstellung ist eine spannend
erzählte Literaturgeschichte. Eine echte Schatzkammer die gerade für die nicht fachkundige
Leserschaft viele überraschende Entdeckungen bereithält. Die zu immer profunderen
Gedankengängen auch politischer Art inspiriert. Über 300 Werke aus 1500 Jahren werden
besprochen oder zitiert. Und immer wieder überkommt einen die drängende Lust den ein oder
anderen Text auch ganz zu lesen oder wieder zu lesen. Eine kritisch durchleuchtete Verführung.
Stefan Weidner einer der besten Kenner islamischer Literaturen Übersetzer und Publizist
schreibt in seinem unvergleichlichen Stil immer als ein 'für Wissen und Denken brennender
Geist'. Er ist überzeugt 'dass sich hinter der schillernden Rede vom Orient mehr verbirgt als
nur ein westliches Klischee. Vielmehr glaube ich dass die Vorstellung vom ¿Orient¿ nach wie
vor ein utopisches Potenzial bereithält und den Blick für Perspektiven öffnen kann die sich
mit dem gegenwärtigen begrifflichen Instrumentarium nicht zuletzt dem kritischen und
postkolonialen nicht erfassen lassen.' (Einführung) Das Buch richtet auch einen Fokus auf die
Literatur von Frauen: Entgegen den herrschenden Vorurteilen (und dem Frauenbild mancher Muslime
heute) ist zunächst festzuhalten dass Frauen in der arabischen Literatur stets präsenter als
in der lateinisch-griechischen Antike und im europäischen Mittelalter waren. (...) die
Dichterinnen im arabischen Andalusien gaben sich ausgesprochen weltlich standen in der
Wortwahl ihren männlichen Kollegen nicht nach. Muhdja bint al-Tyyâni aus dem 11. Jh. (sic!)
'Dank für die frischen Pfirsiche die du mir schenkst! (...) Sie sind so wohlgerundet wie der
Mädchen Brüste doch lassen jeden Penis sie vor Neid erblassen!'