Ein spannendes Buch und Geschenk für alle, die die Industrie Deutschlands interessiert. Die schönen großen Bilder laden ein, an verregneten Wochenenden darin zu schmökern. Allerdings wird dem Kenner schnell auffallen, dass dieses Buch nicht das gesamte deutsche industrielle Erbe abbildet.Der Titel sollte wohl eher lauten „Ein Querschnitt deutscher Konzerngeschichten“ auch wenn das nicht so schön klingt. Denn es gibt in Deutschland definitiv mehr Geschichte zu der deutschen Industrie zu entdecken. Was ist bspw. mit der Entwicklung des Edelstahls, der Erfindung des Autos und des Dieselmotors, dem Nord-Ostseekanal? Auch Größen wie Automobilzulieferer Bosch, Henkel, Mannesmann, Maigrus oder Linde fehlen in diesem Buch leider.Abgesehen vom Titel, der impliziert, dass die größten Meilensteine des deutschen industriellen Erbes abgebildet sind und dies nicht allumfänglich der Fall ist, gefällt mir das Buch. Daher aber 1 Punkt Abzug.
Mit diesem herausragenden Bild-Text-Band werden Höhepunkte deutscher Industriekultur präsentiert, UNESCO-Welterbestätten, Ikonen der Industriearchitektur, aber auch weniger bekannte, denkmalgeschütze Zeugnisse deutscher Industriegeschichte. Günther Bayerl ist selbstständiger Fotograf hat im Verlag Frederking und Thaler schon einen Bildband über die deutschen UNESCO-Welterbestätten veröffentlicht und überzeugt auch jetzt wieder mit eindrucksvollen, großformatigen Farbaufnahmen. Er stellte eine Auswahl von 39 wichtigen Orten deutscher Industriegeschichte zusammen, eine Übersichtskarte zeigt die regionale Verteilung. Der Landschaftspark Duisburg Nord macht den Anfang, es geht nach Industriebranchen gegliedert weiter zu Bauten der Siemensstadt in Berlin, Tuchfabriken in Sachsen, der Speicherstadt mit Chilehaus in Hamburg und endet mit einem Glanzlicht der Industriearchitektur Berlins, dem Ullsteinhaus am Teltowkanal. Ein Team von nicht näher erläuterter Autoren ergänzte die Fotos mit informativen Texten, die technische Abläufe, historische Zusammenhänge und Fakten der Firmengeschichte zusammen bringen. Hier wären weiterführende Hinweise zur Erreichbarkeit und vertiefender Lektüre hilfreich gewesen. Dieser prächtige Bildband ist ein Verführer zur weiteren Beschäftigung mit Deutschlands industriellem Erbe, weitere Bände wären wünschenswert, gibt es doch soviel mehr Sehens- und Wissenswertes.
Wenn bereits das Inhaltsverzeichnis optisch beeindruckt, kann das Buch nur gut werden, oder?Spoiler-Alarm: das Buch ist gut!Die Fotos sind häufig mit Beleuchtung zu wahren Meisterwerken geworden. Die Blickwinkel sind mit bedacht gewählt, sodass man sich wirklich auch mit den Bildern befassen möchte um alles zu entdecken. Einblicke in alte Werkstätten und Arbeitsbereiche der Industrie bis zu Geländefotos. Beeindruckende, riesige Industriegebäude zu Lichtdurchfluteten Maschinenhallen oder auch dem bekannten VW-Werk.Die Texte zu den einzelnen Bauwerken sind sehr verständlich und vor allem interessant und informativ gehalten. Aber auch nicht überlagernd. Genau mein persönlicher Geschmack.Das Format gefällt mir auch sehr gut, man kann es prima blättern. Die Seiten sind recht stark, was dafür sorgt, dass es angenehm griffig ist beim blättern.Neben bekannteren Orten wie bereits den genannten VW-Werk oder auch dem Hamburger Hafen mit seinen Backsteingebäuden gibt es auch viel, für mich, neues zu entdecken wie zum Beispiel einem Schiffshebewerk oder einer alten Basilika.