Dass der technologische Fortschritt der letzten hundert Jahre nicht nur Wohlstand und Segen über die Welt gebracht hat, sondern dessen innewohnende exponentielle Dynamik leider auch das Potential des Untergangs in sich birgt, ahnt zwar schon der ein oder andere, so richtig angekommen scheint diese Botschaft in den Köpfen der Spezies Mensch aber noch nicht. Um sie dort nachhaltig zu verankern, bräuchte es etliche weitere Mahner und Aufklärer vom Schlage eines Noam Chomsky vor allem in den Führungsriegen von Politik und Wirtschaft. Mittlerweile über 90 Jahre alt, hat er all die (Fehl-)Entwicklungen, die auch in seinem neusten Buch „Rebellion oder Untergang!“ mit der von ihm gewohnten Präzision und Sachlichkeit aufgezeigt werden, selbst miterlebt. Zudem kann man sich bei ihm recht sicher sein, dass er seine Seele nicht an irgendwelche mächtigen Interessengruppen verkauft hat. Zum Glück weilt er noch unter uns, denn alte weise Männer wie er sind rar gesät und ihre mahnende Stimme wird dringender denn je benötigt. Sollte unserer Spezies tatsächlich das Kunststück gelingen, das kritische Zeitalter zu überstehen, welches mit dem Bau der Atombombe eingeläutet wurde, wird man Menschen wie ihm ein Denkmal setzen. In den „Aufzeichnungen eines vagabundierenden Bewusstseins“ wurde mit der Romanfigur Ma-On bereits ein Versuch in diese Richtung unternommen. Bleibt zu hoffen, dass noch viele weitere folgen werden.
Ich habe ein Buch erwartet, in dem Noam Chomsky mir die Welt aus seiner Sicht erklärt. Erhalten habe ich eine etwas wirr zusammen gestellte Erzählreise durch diverse Vorträge von ihm. Dabei bleibt leider vieles des Gesagten an der Oberfläche, manches wiederholt sich und anderes ist leider nur interessant, wenn man es in den zeitlichen Kontext bringt, wann, wo und in welchem Zusammenhang es gesagt wurde. Nun ja, vielleicht war auch meine Erwartungshaltung falsch?