Band 1 sowie band 2, Ist für mich eine SF Geschichten vom Feinsten. Die Bände haben mich bis zum Schluss gefesselt, mal wieder eine feine Story. Warte mit Spannung auf Teil 3.
Der zweite Band um das Polizeischiff Scythe bildet den Mittelteil der Trilogie. Der erste Band zeichnete sich durch gute Charaktere und außergewöhnliche Aliens aus, mit denen man im Laufe der Geschichte vertraut wurde und die durchaus packend erzählt worden war. Dieses Niveau kann der Nachfolger im direkten Vergleich aber nicht halten.Die Ausgangslage geht direkt dort weiter, wo der Vorgänger geendet hatte. Die Scythe ist in der Sphäre und untersucht den Kern, während das Forschungsschiff der Menschen in der Gewalt des Ratsvorsitzenden ist. Beide Handlungsstränge werden diesmal im späteren Verlauf miteinander verbunden, bis dahin ist es aber ein weiter Weg. Denn irgendwie ist die Dynamik unter den Charakteren flöten gegangen.Die beiden Studenten aus dem ersten Band, die nun den Kern erforschen, hatten im Vorgänger noch ein wunderbares Charakterspiel zusammen, in dem nicht nur das Innenleben der Figuren näher gebracht wurde, sondern es auch die ein oder andere, nennen wir es mal Kabbelei, gab. In diesem Band ist davon aber leider nichts mehr zu spüren, hier geht man fast nur nach Schema F seiner Arbeit nach. Leider gilt dies auch für die restlichen Figuren und den Rest des Bandes.Hier wird fast schon "Dienst nach Vorschrift" zelebriert, fast so, als müsste man diesen Mittelteil der Trilogie künstlich strecken, um drei Bände gefüllt zu bekommen. Hier sei exemplarisch die Frau erwähnt, die die Menschen verraten will, dann aber von Aliens eingefangen und umgewandelt wurde. Sicher gut gemeint, da man von der aber nicht allzuviel mitbekommen hatte, bzw. sie in diesem Band keinerlei Tiefgang der über Selbsterhaltung hinausging bekam, verpufft dieser ganze Strang eigentlich wirkungslos. Diese Tiefe fehlt leider auch fast allen anderen Handlungssträngen und Charakteren.Der im ersten Band erwähnte Mörder, dem die Crew der Scythe folgt, wird hier zwar erwähnt, steht aber zu keiner Zeit im Mittelpunkt. Selbst Captain Apostol und ihre rechte Hand bleiben recht blass und für die Aliens (oder die anderen Menschen) beim "bösen" Ratsvorsitzenden gilt dies ebenso. Vor allem das Schwanken des Ratsmitglieds, was diverse Entscheidungen angeht, bedient an dieser Stelle ein Klischee. Und auch die Geschehnisse außerhalb der Sphäre, bleiben zu kurz und uninteressant, um mitreißend zu wirken.Ja, es gibt auch gute Momente, etwa die Geschehnisse um die Fruchtmutter und deren Rettung, aber sie sind rar gesät. Im Großen und Ganzen plätschert die Handlung vor sich hin, man springt von einer Etappe zur nächsten, ohne viel zu erreichen. Selbst weitere Einblicke in das Mysterium der Sphäre können hier nicht überzeugen. Das die Scythe - Achtung Spoiler - irgendwann in der Vergangenheit landen wird und die Sphäre um sie herum gebaut wird, mag zwar eine schöne Enthüllung sein, ist für den geneigten Sci-Fi-Fan aber nicht unbedingt eine Überraschung.Überdies zündet auch diese Enthüllung nicht, zu lieblos wird sie einem präsentiert, nur um wenig später wieder in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Hier ist man von van den Boom Besseres gewohnt!Zusammengefasst: Die Handlung kann zu keiner Zeit die Tiefe des ersten Bandes erreichen und wirkt leider stellenweise wie ein eingeschobener Lückenfüller. Die Dynamik zwischen den Figuren bleibt fast komplett auf der Strecke. Das ist sehr schade und es bleibt zu hoffen, das Band drei an dieser Stelle noch einmal kräftig anziehen wird.