Vor vielen Jahren habe ich den Erfinder Marcello Creti bei Sutri kennengelernt, der auch an der Konstruktion des Chronovisor beteiligt gewesen sein soll. Nur wußte ich das damals nicht, sonst hätte ich ihn danach gefragt. Das was über die Technik der Zeitmaschine in dem Buch geschrieben wird ist enttäuschend mager und man flüchtet sich in das Geheimnis der Maschine, die streng geheim im Vadikan im Keller steht und deren genaue Funktion man nicht kennt. Wenn man den Leser durch ein solches phantastisches Gerät "hinters Licht führen will" dann erwarte ich als technischer Laie zumindest, daß man sich darum bemüht mich wenigstens auf eine intelligente Weise versucht hinters Licht zu führen! So wird von früheren Ereignissen und Personen geschrieben die durch Wellen, die dann auf irgend eine Weise in einer Art von Fernseher dreidimensional im Chronovisor sichtbar werden. Beim Fernsehen gibt es ein Kameramann der jemand aufnimmt und von dort geht die Aufzeichnung zur Fernsehanstalt und weiter zum Sender und dann kann man das im Fernsehen sehen. Wie über solch ein Chronovisor bestimmte Personen Mussolini, Pius XII, Cicero, bis hin zu Christus - über die Jahrhunderte hinweg - Pater Ernetti gefunden und gesehen haben soll, strapziert die Glaubwürdigkeit schon gewaltig - zumal dann auch noch der Apparat (wie eine Drone?) über die "Wellen" die Personen "automatisch verfolgt." Es bedarf schon viel Phantasie sich vorzustellen, wie dieser Apparat durch die gewaltige Masse an Wellen oder Schwingungen Millionen von anderer Personen z.B. Michelangelo oder Ludwig II. herausfindet ( die auch keine Email-Adesse haben).
Dem Buch gelingt eigentlich gar nichts.Weder kann es einen begründet für noch begründet gegen Ernetti einnehmen, ist aber auch keine "kritische Diskussion" im eigentlichen Sinne des Terms. Heftiges "Name-Dropping" von Rang-und-Namen Naturwissenschaftlern und Forschern (Paranormal -Forscher dürfen natürlich auch nicht fehlen, aber gegen die will ich hier nichtmal was gesagt haben, was soll man sonst erwarten ?) wird vermengt mit hanebüchenen "Erklärungen", wie der "Chronovisor" funktionieren soll. Mal ist Ernetti der Übergenialste, der so klug ist (vor allem nach seinen eigenen Worten), dass "niemals jemand ausser ihm eine CV bauen könnte", mal wird er als größenwahnsinniger Schwätzer dargestellt - Moment, war das jetzt ein Gegensatz ?Und über die, die ihm - angeblich - hinterherspüren, erfährt man breit ausgewalzt so wichtige Dinge wie, dass sie an einem Ort, an dem sie ihn nicht angetroffen haben, ausgiebig mit handgequetschtem Orangensaft bewirtet wurden. Ab spätestend der Mitte des Buches fällt es mit jeder Seite schwerer, sich die nächste Seite anzutun.Bestenfalls - wenn überhaupt - für Leute geeignet, welche "Wissenschaft" an sich als "die große Lüge überhaupt" abtun. Mit ca als 1.2 Cent/Seite deutlich zu teuer für den Inhalt.