Der damalige Bestseller von Paul Watzlawick, „Anleitung zum Unglücklichsein“, wirkte einerseits wie eine Persiflage (wer will schon unglücklich sein) war aber andererseits nichts anderes als eine tatsächlich ernstzunehmende Anleitung zur „Professionalisierung eines Verhaltens“, welches Watzlawick an den Menschen vielfach beobachtet hatte. Natürlich mit ironischer Grundhaltung verfasst, wie nun auch dieses Werk in den einzelnen Schritten durchaus „auf den Punkt2 trifft und vieles von dem entlarvt, mit dem Menschen sich tatsächlich alltäglich das Leben schwer machen (und das in Zeiten, die tatsächlich objektiv schon schwer genug sind).Gut aber ist natürlich, dass selbst beim todernst nehmen der einzelnen Inhalte (Miese Gedanken zementieren, immer schön negativ bleiben, den Körper weiterhin vernachlässigen, ständig auf das „Ich will“ ganz tief unten hören oder gern auch sich konsequent als Opfer empfinden und vieles mehr noch dazu) im Lauf der Lektüre mehr und mehr eben ebenso klar und deutlich wird, wie es denn anders und mit „besseren Gefühlen2 für sich, die anderen und die Welt, werden und funktionieren könnte.Natürlich benötigt es hier und da gute Nerven und natürlich sollte man sich als Leser nicht abschrecken lassen von den launigen „Empfangsworten“ im Buch, zu lernen, wie man sein „tristes Dasein noch mehr in den Sand setzen kann als bisher (schon geschehen)“.Eher kann man sich angenehm zurücklehnen, den frotzelnden und provokanten Ton der Autoren allein schon ob seinem Beitrag zur Kurzweiligkeit der Lektüre würdigen und sich dann daran machen, Schritt für Schritt auch still für sich wirken zu lassen, welchen „Fallen“ der eigenen Person im negativen Bereich man selber doch auch oft im Alltag aufsitzt.„alle Menschen wollen leidenschaftlich leben, aber keiner will leiden“. Das zumindest trifft den Punkt der modernen Welt genau. Und verweist umgehend auf Einsichten der Menschheitsgeschichte fast von Beginn an. Der „Weg zu den Sternen“ führt „über den Schmerz“ (per aspera ad astera) und selten „direkt auf Los“ beim Monopoly des Alltags.Dass am Ende „Widerstand“ gegen das Bestehende und zugleich „Anhaftung“ an vielem (merkwürdigem) Bestehenden die Kernkompetenz für ein „mieses Leben“ ausmachen, gibt dann einfach am Ende der Lektüre zu denken. Deren Autoren ihren legeren Tonfall und ihre ironische Sprache konsequent bis zum Schluss durchhalten. Was zwischendrin nerven mag (man ist versucht, anzurufen und zu fragen, ob man nicht irgendwo auch mal positiv ernst hätte formulieren können), ist aber letztlich nur konsequent und entlässt eben gerade nicht aus den mitunter dunkler werdendem Blick auf die eigenen kleinen Tricks, sich möglichst distanziert (ab)wertend dem Leben gegenüber zu positionieren.Ein Buch, dass die Lektüre von vorne bis hinten wert ist und am Ende mehr Einsichten verschafft, als die Hundertschaften der endlosen Reihen „ernster“ und „tiefer“ (Erfolgs-) Ratgeber.
InhaltNach zwei kurzen Einführungen ist das Buch in 12 Kapitel eingeteilt, die sich jeweils einem Aspekt des Lebens bzw. des Lebens als Paar widmen. Jedes Kapitel ist in kleinere Unterkapitel gegliedert, enthält hin und wieder separate Boxen mit Anregungen und auch mal einem Gedicht. Jeweils am Ende gibt es Merksätze unter dem Stichwort "Was wir daraus lernen", die im Duktus des gesamten Buches gehalten sind. Nach Abschluss der 12 Kapitel gibt es zwei kleine Ausblicke.Am Ende des Buches finden sich eine Seite Literaturhinweise und reichlich eine Seite Quellenangaben.Subjektive EindrückeEin durchaus lustiges Buch. Manchmal kann einem auch das Lachen im Halse stecken bleiben. Auf die Dauer war der Humor (für mich) dann aber doch etwas ermüdend. Viele wirklich wichtige Hinweise und Anregungen wurden leider auch etwas durch den Humor überdeckt.Damit bietet das Buch durchaus einen netten Lesegenuss, aber dann doch etwas wenig sachliche Erkenntnis.FazitNett zu lesen mit ein bisschen Sachinformation.