Klappentext: "Beinahe eine Woche lang beobachtet die in Kambodscha untergetauchte Clara den einsamen Mann an der Theke. Am letzten Abend, bevor sie ihre Mutter aus dem Krankenhaus abholen soll, spricht sie ihn an und stellt überrascht fest, dass der Mann, der sich als Schriftsteller auf der Suche nach einem Sujet für seinen zweiten Roman entpuppt, sie erkennt. Bevor der Abend vorbei ist, erzählt Clara ihre Geschichte. Eine Geschichte, die in ihrer Kindheit beginnt, mit Klavierunterricht und einem tragischen Erlebnis, das sie jäh aus der Bahn wirft, weitergeht. Sie erzählt vom Wiedereinstieg in die Musikwelt und der in einer Männerdomäne hart erkämpften Karriere als Dirigentin. Und sie erzählt von einer Vergewaltigung, die so lange in ihr weiter gärt, bis sie ihre Karriere Jahre später implodieren lässt..."Wenn ich Roland Freisitzers Roman-Debüt "Frey" (Septime Verlag) sehr geschätzt habe, so hat mich "Die Befreiung" restlos begeistert! Es passiert nicht oft, dass das Buch auch noch Wochen später in mir nachklingt. Und zwar auch im direkten Sinne, denn die Story is voll von Musik.Das Beste an der Geschichte, abgesehen von der starken und sensiblen Protagonistin, ist die schonungslose Ehrlichkeit. Die Beschreibung der Musikwelt mit all ihren schönen und dunklen Seiten. Doch man muss kein Musiker sein, um von den Ereignissen mitgerissen zu werden. Weil es ist vor allem menschlich ist. Bis zur letzten Seite.
Clara, eine begnadete, junge Dirigentin wurde brutal missbraucht.Sie hat versucht damit zu leben, aber geht das ?Über Abhängigkeiten in der Musikbranche, die ich nicht kannte.Ein spannender Roman aus unserer Zeit.Habe es praktisch durchgelesen. Roland Freisitzer ist eine österreichische Begabung als Autor.Ihr werdet nicht enttäuscht sein.
Floskeln und Allgemeinheiten wird man in diesem Buch nicht finden. Auch nicht, was bereits in vielen anderen Büchern erzählt wurde. Es ist ein verblüffend präziser, sensibler, aktueller, zeitgemäßer und zutiefst wahrhaftiger Roman über das Leben und Werden einer Dirigentin. Aber nicht nur das: Das Buch schafft ein detailliertes Panorama der zeitgenössischen klassischen Musikszene, nimmt den Leser mit in die tiefsten Schichten dieser oft elitären und sonst schwerzugänglichen Welt. Der Leser sitzt nicht im Publikum sondern steht mittendrin. Der Autor ermöglicht (auf eine erstaunlich unbeschwerte Weise) den Blick hinter die Kulissen, und zwar mit allem, was dazu gehört: Schmerz, Verlust, Brutalität, Trauer, Machtmissbrauch, Hass, Missgunst - aber auch: das Schöne, das Edle, das Poetische, das Erhabene, die Liebe. Parallel dazu entwickelt der Roman eine hochkomplexe Geschichte einer Mutter-Tochter Beziehung, wie man sie menschlicher und sensibler kaum zeigen könnte. Dass der Autor ein Mann ist, verblüfft umso mehr, da die weibliche Emotionalität derart treffend und sensibel erzählt wird. Ich kann mir vorstellen, dass sich viele Mütter und Töchter darin finden werden.Ich habe das Buch tatsächlich an einem einzigen Tag gelesen, da ich von den Atmosphären und Zuständen derart gepackt wurde und nicht mehr aussteigen wollte.Trotz aller Heftigkeit offenbaren sich immer aufs Neue auch Passagen von wunderbarer Zärtlichkeit und Innigkeit, in denen man am liebsten einfach ewig bleiben würde.Das Buch weckt eine Fülle an Emotionen, danach fühlt man sich wie wachgerüttelt.Ein Buch, wahr wie das reale Leben.