Was wird aus Menschen, die alles verloren haben und nur mit ihrem nackten Leben die Hölle überlebt haben? Heimatlos, ohne Verwandte, ohne Rückhalt, ohne Arbeit, ohne Zukunft.Menschen, die nur in Frieden mit gleichgesinnten zusammen leben möchten, was ist aus ihnen geworden?In diesem Buch wird sovieles anhand unzähliger Faktenbeispielen über das Leben der Juden nach dem Ende des 2. Weltkrieges erklärt.Resignation, Verwahrlosung, Aufbruchstimmung - im legalen und illegalen Bereich - viele überlebende Juden wollen ins "gelobte Land" Palästina. Sie wollen um jeden Preis ihr Israel aufbauen, auch wenn es wieder Krieg bedeutet.Furchtlose Männer und Frauen, ganze Organisationen beginnen die Juden in ganz Europa in den Wirren der Nachkriegszeit an den großen Besatzungsmächten vorbei zu schleusen. Welche Mittel und Wege dazu genutzt werden, ist wirklich spannend dokumentiert.Ein Buch, von Autor Hans-Joachim Löwer, dass viel Einblick ins Leben der Geflüchteten gibt - viel wäre in Vergessenheit geraten - Dank dieses Buches bleibt es uns verfügbar.Und beim Lesen kam mir fortlaufend der Gedanke: "Geht es den derzeitigen Flüchtlingen auf der ganzen Welt nicht genauso? Lernt der Mensch denn gar nichts aus der Geschichte? Muss sich immer wieder alles wiederholen? Ist es überhaupt möglich friedlich gemeinsam zusammenzuleben?"
Chapeau! Hans-Joachim Löwer hat ein herausragendes Buch geschrieben. Über die Zeit zwischen April 1945 bis Mai 1948, über die damaligen Verhältnisse, über Positives wie Negatives, über Täter und Opfer, sehr differenziert und ausgewogen. Und nein, es geht dabei nicht nur - wie der Titel verrät - über die Flucht der jüdischen Holocaust-Überlebenden über die Alpen nach Palästina. Der Autor entwirft gleich einem großen Mosaik verschiedene Bilder, die er erklärt, hinterfragt, in denen er auch ganz bewusst auf die verschiedenen Schattierungen, auf die jeweiligen Sichtweisen hinweist.Besonders hervorzuheben: die beeindruckenden, teils auch schockierenden Fotos, die der Autor aus der ganzen Welt zusammengetragen hat. Die unmissverständliche Nennung jener Personen, die in der damaligen Zeit, auch im Untergrund, eine wichtige Rolle gespielt haben. Das Aufzeigen von Widersprüchen, von Ungerechtigkeiten, von Aufständen und Umstürzen. Ausdrücklich zu erwähnen auch die Schlusskapitel, die bis tief in die Gegenwart reichen. Wer liest, so heißt es, ist für die Dummheit verloren. Möge dieses Buch viele Leserinnen und Leser finden.